Renaissance. Böse unterschätzt seinerzeit. Es gibt ja Machwerke, die versuchen, eine nichtige Story durch anspruchsvolle Ästhetik aufzuwerten und dabei scheitern; ich verreiße gerade zwei der jüngsten Beispiele. Bei Renaissance ist eine nicht rasend originelle, aber durchaus taugliche Story mit der ästhetischen Methode, die ich mangels besserer Begriffe als digitalen Scherenschnitt bezeichnen will, zu einem faszinierenden Ganzen verschmolzen. Ich habe noch selten optische Tarnanzüge so perfekt und so unheimlich dargestellt gesehen wie hier. Paris im jahr 2054 ist kein lustiger, aber sehr spannender Ort. Und der Film wagt ein extrem zwiespältiges Ende. Ja, es gibt Plotholes, die Liebesgeschichte funktioniert nicht, und ich bin voreingenommen, weil das Thema Progerie eine Rolle spielt. Aber hey, animierte Science Fiction aus Europa? Und dann so cool? Eine sehr angenehme Überraschung. Kleiner Rezeptionstip: In der Zusammenschau mit Lotte Reinigers Die Abenteuer des Prinzen Achmed bekommt Renaissance noch einmal mehr Profil. Wünsche gute Unterhaltung.






Renaissance fand ich auch nicht schlecht. Etwas edgy an manchen Stellen, aber ich mochte das gewagte visuelle Konzept, das in der französischen Tradition des grafischen Erzählens steht und sich nicht bei Anime-Trends anbiedert.


Genau. Und so starke Bilder - der Progeria- Unsterbliche, die im Kanal versinkende Ophelia am Schluss.


Kann mir nicht ganz erklären, warum der so untergegangen ist.


Avalon (aka Swiss Life) war dagegen.