An der Kasse des sogenannten Spaßbads. "16 Euro", sagt die Kassiererin gut gelaunt, mir sackt das Blut in die Beine. "Aber ... 7,50 und 3,50, für Tageskarte und Tageskarte junior, das sind doch nur ... 11 Euro?" "Wochenende", sagt sie. Sie mag keine Badegäste, die mit ihr über die Preise diskutieren wollen. "Gibt Aufschlag." Ich schlucke. Ich sehe Paul an, mit dem ich von weither gekommen bin, um heute einen Tag im Spaßbad zu verbringen. Aber es gibt eine Lösung, wie ich weiß. "Dann", sage ich beklommen, "die 90-Minuten-Karte." "9 Euro." "Das klingt doch schon viel besser", versuche ich zu scherzen. Die Kassiererin kassiert. "90 Minuten plus 10 Minuten Kulanz", sagt sie noch. Im Bad suche ich nach den goldenen Armaturen, der kostenlosen Massage, dem All-inclusive-Buffet. Ich gebe ziemlich schnell auf. Paul rutscht die große Rutsche herunter, er ist im Glück. Ich bin einmal ohne ihn im Wellenbecken und einmal mit ihm. Als wir nach exakt 80 Minuten das Wasser verlassen (ich rechne damit, dass wir in einer Viertelstunde umgezogen sein können), protestiert er: warum ich nicht länger hätte bleiben wollen. "Überleg mal", sage ich, "32 Mark für einen Schwimmbadbesuch!" "Ach!", sagt er wegwerfend.






Echter kapitalistischer Fun.


Der Witz ist: Der Parkplatz war an einem Samstag halb leer, die Busse fuhren ab 15.00 Uhr nicht mehr (Busfahrer: "Lohnt sich nicht"), im Bad vier Bademeister, vielleicht zum Preis von einem, aber die Langweile ließ sie gehen wie alte Männer. Ziemlich vergeigter Laden, würde ich meinen.


Total übertrieben, diese Dinger. Früher waren Bademeister noch echte Helden. Permanent high vom Chlordampf.


Kulanz ist ja schon mal ein Anfang.


Klar, klar, klar. Nee, nee, nee. (Ich weiß, Sie meinten es ironisch).


Ironisch? Ich bin ein sehr ernster Mensch, wissen Sie.


Gut, dass Sie es sagen.


Ehmt

aus der Volksschwimmhalle zurück, junge Dame und meine Wenigkeit zusamm 5 Euro ohne Zeitbegrenzung. Gibt sogar ne kleine Spielzeugrutsche, man kann richtig Bahnen schwimmen und gut. Die Stadt wär die Dinger gern los, geht aber nich, die Macht des Faktischen (Wähler).


korrekte attituede,

der knabe. was ist schon geld? und wenn die menschen fuer den menschen zustehende vergnuegungen schon geld verlangen, ist es dann nicht wurst, ob es 32 oder 64 mark(hey, 2:1 is a joke!) kostet? sie koennten ja auch am samstag alle nacheinander baden gehn, selbes wasser, 50er jahre style. geld muss aus dem haus.


Wenn welches da ist, immer gerne.


Obwohl es sonst im Kapitalismus überhaupt kein Problem ist, schnell und gründlich baden zu gehen.


Mit begrenzter Haftung für die einen, mit voller Haftkraft für die anderen.