Mittwoch, 28. Oktober 2020

Loads & loads





Zum Appell von Till Brönner: "Das Land der Dichter und Denker" – wie mit den Rechten gerade von Dichtern und Denkern umgegangen wird, hat man seinerzeit sehr gut anhand der Debatte um die sogenannte "Verlegerbeteiligung" an den Ausschüttungen der VG Wort sehen können (vgl. meinen Artikel "Nach der letzten Instanz", erschienen in Konkret 7/2016). Die Heuchelei ist doch seit Ewigkeiten mit Händen zu greifen: Man schmückt sich gern mit den Künsten, aber wenn es um Geld geht, tut man so, als würden unsere Werke auf den Bäumen wachsen. Mich hat es jedenfalls nicht im Geringsten gewundert, dass man der Lufthansa wieder den Vortritt lässt. Trotzdem danke ich Ihnen für Ihre Intervention. Denn grundsätzlich haben Sie natürlich recht: Eine Einigkeit unter den Künstlern könnte politisch bedeutsam werden. Aber wie die herstellen? Ich habe ja schon mit Musikern unschöne Diskussionen über die Frage geführt, ob Leute am Ende eine Mindestrente kriegen sollen, die jahrzehntelang in die Künstlersozialkasse eingezahlt haben, was nur ging. Meine Diskussionspartner waren der Meinung, das sei ein überflüssiger Luxus. Oder man denke nur an die armen Lichter, die die "EU-Urheberrechtsreform" vom letzten Jahr als großen Wurf feierten. Wie soll vor diesem Hintergrund ein Begriff von Solidarität entstehen? Ob Corona an der politischen Naivität und Ahnungslosigkeit vieler Künstlerinnen und Künstler etwas ändert, wage ich zu bezweifeln. Aber gut, der Auftritt der Ärzte in den Tagesthemen neulich und ihr Video sind immerhin einmal Wortmeldungen. Was daraus folgt, wird man sehen.





Ich glaube, am kommenden Lockdown ist Bill Gates schuld.





Harvest [größer]





Dienstag, 27. Oktober 2020

Molchtechnik





Da muss irgendwo ein Nest sein.





Wunde in der Brust





Places [größer]





Montag, 26. Oktober 2020

21.10.20, Stuttgart: Pessimist sein dürfen. Oder müssen. Kleine Korrektur: Der von mir erwähnte Erzählungsband "Exhalation" stammt nicht von Ken Liu, sondern von Ted Chiang.





"Beim Referendum ging es auch um die Frage, wie eine neue Verfassung ausgearbeitet wird. Dabei entschieden die Wähler gegen ein gemischtes Gremium mit Beteiligung der Parteien. Heißt: Es wird eine eigens gewählte verfassungsgebende Versammlung geben, die je zur Hälfte aus Männern und aus Frauen besteht." Könnte Deutschland, was Chile kann? Und wäre das überhaupt gut?





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