Scott/Crowe: Robin Hood. Das wird ja mal wieder eine schöne Bombastscheiße.
Wagner, die antisemitische Pottsau, ist ja mit seinem Traktat der große Vorläufer all der kleinen Selbstbefreier von der Vernunft, wie wir sie auch heute wieder haben.
Ob der Verfall unsrer Kultur durch eine gewaltsame Auswerfung des zersetzenden fremden Elements aufgehalten werden könne, vermag ich nicht zu beurteilen, weil hierzu Kräfte gehören müßten, deren Vorhandensein mir unbekannt ist. Soll dagegen dieses Element uns in der Weise assimiliert werden, dass es mit uns gemeinschaftlich der höheren Ausbildung unsrer edleren menschlichen Anlagen zureife, so ist es ersichtlich, dass nicht die Verdeckung der Schwierigkeiten dieser Assimilation, sondern nur die offenste Aufdeckung derselben hierzu förderlich sein kann.
(...)
Noch einen Juden haben wir zu nennen, der unter uns als Schriftsteller auftrat. Aus seiner Sonderstellung als Jude trat er Erlösung suchend unter uns: er fand sie nicht und musste sich bewusst werden, dass er sie nur mit auch unsrer Erlösung zu wahrhaften Menschen finden können würde. Gemeinschaftlich mit uns Mensch werden, heißt für den Juden aber zu allernächst soviel als: aufhören, Jude zu sein. B ö r n e hatte dies erfüllt. Aber gerade Börne lehrt auch, wie diese Erlösung nicht in Behagen und gleichgültig kalter Bequemlichkeit erreicht werden kann, sondern dass sie, wie uns, Schweiß, Not, Ängste und Fülle des Leidens und Schmerzes kostet. Nehmt rücksichtslos an diesem, durch Selbstvernichtung wiedergebärenden Erlösungswerke teil, so sind wir einig und ununterschieden! Aber bedenkt, dass nur eines eure Erlösung von dem auf euch lastenden Fluche sein kann: die Erlösung Ahasvers, - der Untergang!
Die ganze gequirlte Kacke, die dem phantasierten Gegner Erlösung durch Untergang wünscht, und zwar nach möglichst viel Schweiß, Not, Ängsten, Leidensfülle und Schmerzen, die ganze pädagogische Seite des Judenhasses ist bei ihm schon vorgedacht und ausformuliert. In irgendeiner Form taucht sie immer in dem Gewäsch der armen Kirchenlichter auf, die heute pausenlos den Riesenfelsen der eigenen Ignoranz vor sich her wälzen, um ihn ab und zu mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung auf ihre Opfer herunterkrachen zu lassen. Und natürlich hat der gute Mann sein Geseier unter Pseudonym veröffentlicht, als "K. Freigedank" nämlich. Seit 1850 immer der gleiche Beat. Und die Elite pilgert jedes Jahr nach Bayreuth.
-8°
Warengesellschaft, am Durchdrehen
Bei der Rückkehr vom Konzert nach Hause wurde die Partitur der Ouvertüre in einer Droschke liegen gelassen, woraufhin Mendelssohn sie aus der Erinnerung ohne Fehler noch einmal zu Papier brachte.
Ergebnis eines Griffs in die Grabbelkiste: Mittelschwere Mendelssohn-Bartholdy-Begeisterung.
Eigentlich bin ich ein Rocker.
Gebäudegebiss
Im Zimmer des eigenen Sohns plötzlich nur noch Gast sein, weil er mittlerweile 13 ist. Wie das gegangen ist, habe ich auch nicht gesehen.
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