Sonntag, 10. Dezember 2006


My friend Carmen Bueno, actress, disappeared by secret police, Santiago, 1973





Samstag, 9. Dezember 2006


Verstrahlter als das Getue bei Suhrkamp sind nur noch die Artikel darüber.





Freitag, 8. Dezember 2006







Ich hatte ja schon neulich in Frankfurt den Eindruck: Sie sind anders als früher, die Genossen & Genossinnen. Keine Lederjacken mehr. Weniger Dogma, vielleicht. Ich las ihnen aus einem meiner Bücher vor, und nachher gab es ein vernünftiges Gespräch. Das kann so verkehrt nicht gewesen sein.

Gestern dann das Rückspiel am schicken Literaturort. Es war alles von geschmacklichem Adel. Die wenigen Aufgetauchten amüsierten sich köstlich über meine kleinen Dinge und staunten über Jörg Hirschs Deutsch. Der Veranstalter hatte nicht so viel Spaß, er ging uns am Ende um einen Abschlag auf das Honorar an. Ob wir ihm ein wenig entgegenkommen könnten, weil nichts los gewesen sei. Wir waren ihm aber schon im Vorhinein entgegengekommen und nahmen alles. Denn hatten wir nicht auch alles gegeben?

Und so gewannen dieses Mal im Direktvergleich klar die Linken.






Fahnen, leider unvergessen.





Mittwoch, 6. Dezember 2006


Wie oft muss eigentlich auf dem Mars noch Wasser gefunden werden? Das hat ja schon fast den Charakter einer Suche nach der unbefleckten Empfängnis.





Dienstag, 5. Dezember 2006



Da ihr Haar brannte.






Die Nacht war präzise, kleine und klare Schaltungen hielten den Verkehr in Fluss, alle Reisenden folgten dem Diktat, in dieser Nacht ging alles glatt. Etwas anderes war gar nicht möglich. Die Nacht, ein schwarzes, optisches Kokain, hielt die Dinge klar vor Augen. Traffic lights. Aufgeräumt waren die Seelen, die Gefühle am rechten Platz. Die Körper schön im Futteral, zur richtigen Temperatur. Auf dem Rücksitz schliefen die Kinder und träumten die Träume anderer Tierarten. Manchmal wachte eines von ihnen auf und hatte Durst; war der Durst gestillt, schlief es wieder ein. Wenn ich mich umdrehte, um nach meinem Sohn zu sehen, wirkte er wie ein Wesen aus einer anderen Welt; das beruhigte mich, denn ich kam selbst nicht von hier. Ich und die Fahrerin, wir unterhielten uns angeregt, in klaren, vernünftigen Worten. Es gab keine Eile und keinen Verdruss. Man hätte meinen können, unsere Augen seien ungetrübt. Der Motor arbeitete zuverlässig, und das war fast schon das Glück.

© Marcus Hammerschmitt, 2003





Montag, 4. Dezember 2006


Strahlungen






Ist deine Mutti jetzt zufrieden?





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