Ihr Motto: Wir fürchten nichts.
Die Sonne scheint bei Tag und Nacht. Eviva Espana.
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Trüb und besoffen stehen die Deutschland-Deppen vor den Kneipen, ihrem eigenen Gebrüll und ihren Überlegenheitsgefühlen von gestern nachlauschend. Die Fahnen haben sie noch umgebunden, und manchmal gibt es noch eine "Deutschland, Deutschland!"-Aufwallung, als sei die Aufziehfeder im Trommeläffchen noch nicht ganz in Ruhelage.
Die Gesichter von Köhler und Merkel in den letzten zehn Minuten: priceless.
Endlich vorbei.
Little Red Rooster. Sehr strange.
Unbewegter Beweger
Droste zum Sieg [Podcast, mp3]. Nicht sein stärkster Text, aber wenigstens sagt mal jemand was bei einem größeren Sender.
Schichtenrose schön gemacht.
Die neuen Deutschland-Cape-Träger bedenken nicht, dass ihnen die umgelegte Fahne zwar Superkräfte verleiht, dass laut Auskunft der Incredibles die capetragenden Superhelden aber auch die gefährdetsten sind.
Verschämte Flächenbrände.
Türken jubeln für Deutschland. Dürfen die das?
Am nächsten Morgen ist alles anders. Niemand muss zur Arbeit. Alle lächeln. Die Sonne scheint.
Edit: Und noch einen drauf.
Vineland. Es gibt wahrscheinlich immer noch Leute, die das für eine Komödie halten. Aber abgesehen von dem unglaublich komischen Einstieg und einigen Zwischen- und Endspielen, die an diesen Einstieg anknüpfen, ist das Ding von einer unerhörten Negativität, weil es sich unerhört negativen Zuständen widmet. Da hilft auch nicht, dass der kleine Teufel schließlich zur Hölle fährt (weil all die Oberteufel bleiben), und dass der Hund am Ende zu dem Mädchen zurück kommt (in fragiler Auflösung einer der schwärzesten Szenen überhaupt). Ach, es hilft nicht. Die Oberteufel sind so abstrakt geworden, dass man sie nicht einmal benennen kann, und das Mädchen hat sich, wie öfter bei Pynchon, den Teufel an ihre Seite zurückgewünscht (an Stelle des guten Hundes). Wie der Spirit of '67 in die Tonne getreten wurde. Wenn "persönliche Betroffenheit" die Sache Pynchons wäre, in Vineland könnte man Spuren davon finden.
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