Sonntag, 12. Februar 2006


Die alte Union.






Wer übrigens jetzt noch glaubt, der politische Islam hätte in irgend einer Weise spezielle Provokationen nötig, ob sie von Linken, Rechten, Rassisten, Aufklärern, Provokateuren, Leitartiklern oder Önologen kommen, der kann sich schon mal auf ein ungemütliches Erwachen vorbereiten. Diesen Spruch, "dass die meisten Muslime in Dänemark Muslime sind wie die Dänen Christen" habe ich so ähnlich von Cem Özdemir vor ein paar Jahren gehört; wer ihn noch benutzt, möchte gern was übersehen. Der Koran, wörtlich genommen, ist eine massive Bedrohung. Ich kann nicht oft genug dazu auffordern, diesen Text zu lesen. Die Aufgabe einer aufklärerischen Linken wäre es jetzt, das klar und deutlich zu sagen, und dabei niemals zu unterschlagen, dass das für die Bibel genau so gilt.








Hättst doch auf mich warten wollen.








Beschwörung des Drachengeists.






Aufgehört, Montaigne zu lesen, zweihundert Seiten waren dann doch genug. Schon klar, warum der in den letzten Jahren zu den Lieblingen gehört. Was Besseres für die tapsig herumsuchenden Wertepfadfinder des "neuen" Bürgertums gibt es ja kaum. Alles da: Antiintellektualismus und der Sinn fürs Praktische, die Liebe zur prästabilierten Harmonie in der Gesellschaft (die Tugend des Gehorsams inbegriffen), die Gelenkübungen in Treu und Redlichkeit (Ausnahmen muss es aber auch geben, und die reichlich), der Stoizismus als Schmerzlosigkeitstraining, der Rückbezug auf die Antike, mit dem heute Experten wie Durs Grünbein und Raoul Schrott ihr Kunstgewerbe aufhübschen. Wo wir gerade von der Garnitur sprechen: Die Liebe zur Poesie bekennt Montaigne natürlich auch (ein bisserl Kultur gehört halt dazu), wie die Frauen zu nehmen sind, ist ihm klar, eine Bescheidenheitsgeste hier und da macht sich immer gut, bevor wieder auf die Weltgeschichte eingedengelt wird. Ach, wie kommt das fein zu liegen auf den Nachttischen der neuen alten Spießer, zwischen irgendeinem Dreck von Kostolany (oder Henkel) und Sun Tzus Kriegskunst. In der Schublade findet sich wie immer das Neue Testament, bei Bedarf griffbereit. Für so was hab ich keine Zeit.





Samstag, 11. Februar 2006


Erster Höhepunkt des Festes, das Italiens Turn-Star Yuri Chechi mit Hammerschlägen auf einen Amboss eröffnete, war ein Ferrari-rot gekleideter Skater, der mit einem Feuerschweif aus dem Helm um das Stadionoval flitzte. Begeisterung auf den Rängen kam auch auf, als 413 Menschen mit ihren Körpern einen Skispringer symbolisierten und Luca Badoer mit einem Formel-1-Boliden von Ferrari die Olympischen Ringe auf den Boden zeichnete.

Und sonst so?






Von Newton zu Einstein.





Freitag, 10. Februar 2006


Kämpfer für die Pressefreiheit.






Das muss doch schrecklich sein an der Schauspielerei. Dieses Niehinkommen. Dieses Ständigausprobieren. Warichgut, warichgut? Verbraucht einen doch.







All das schöne Unkraut.





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