An diesem Haus kann man es sehen. Die Menschen sind verschieden. Manche, die neu einziehen, bohren ein paar Löcher, um Bilder aufzuhängen und Regale zu fixieren, und das war es dann schon. Andere betrachten ihre neue Wohnung eher wie ein Bauer den Acker. Sie fühlen sich unwohl, so lange nicht alles von vorne bis hinten umgepflügt ist, so lange der Marktleiter sie nicht per Handschlag begrüsst, wenn sie den Baumarkt betreten. Und dann geht das los mit der Individualität, da bleibt aber kein Auge trocken. Der König war einer, der nach Einzug mehrere Monate an seiner Wohnung bohrte, hämmerte, schraubte und schleifte, dass es eine Pracht war, jeden Abend, mehrere Stunden lang. Wenn man ihm im Treppenhaus begegnete, wirkte er immer wie Hannibal bei der Alpenüberquerung: Eile, Entschlossenheit, Tatkraft. Ein halbes Jahr später war er wieder draußen. Er hatte wohl alles optimiert, was zu optimieren war, und brauchte eine neue Herausforderung. Die Jungs, die jetzt eingezogen sind, haben nicht ganz Hannibals Klasse, aber sie sind ihm dicht auf den Fersen.
Diese urkomische Empörung Fischers über den BND jetzt. Ich schrieb damals:
Während Hunderttausende gegen einen Krieg auf die Straße gehen, an dem Deutschland öffentlich sehr laut nicht teilnimmt (de facto aber ein bisschen doch), interessiert der Sozialabbau nur sehr wenige. Und die Friedensdemonstranten sind, wie soziologische Erhebungen zeigen, mit ihrer Regierung sehr zufrieden.
Der Großteil des Publikums schüttelte den Kopf über so viel Misstrauen. Das ist auch ein saurer und nutzloser Spaß, im Nachhinein Recht zu bekommen.
Der Buchhändler ist umgezogen, höre ich. Es ist jetzt die Johannisstr. 3, nicht weit von der alten Adresse.
Dann ist ein roter Schein am Himmel, und es knallt ab und zu. Das muss ganz in der Nähe sein. Ich springe auf, ziehe meine Jacke über, vergesse auch die Kamera und den Presseausweis nicht. Eine ganze Halle der Fabrik steht in Flammen. Ich habe noch nie ein Gebäude so brennen sehen. Die Feuerwehr ist mit vielen Wagen da, die Zuschauer sind da. Die Gäste umliegender Kneipen schauen zu, die Anwohner schauen zu, ich schaue zu, man hält die Fotohandys und die Kameras auf das Geschehen. Es brennt gewaltig, ich bin aufgeregt und ängstlich, ich kann nur hoffen, dass niemand verletzt wird oder stirbt. Ich halte meine Kamera, meine Kamera hält mich. Wenn es knallt, zucke ich zusammen. Flüchtige Gedanken an giftigen Rauch. Aufgeregte Feuerwehrleute rennen hin und her, sie bringen Leitern, sie müssen über den Zaun, der uns trennt, der das Firmengelände und die Straße trennt, den Brand und die Normalität. Sie tun sich schwer mit den Leitern, einer von ihnen ruft zu uns her: "Jetzt helft uns doch, steht doch nicht bloß rum!" Da haben sie es schon selbst geschafft, und klettern herüber. Ich würde es nie wagen, Feuerwehrleuten bei der Arbeit zur Hand zu gehen. Jetzt will einer anpacken, als sie Schläuche und anderes Equipment über den Zaun heben, sofort stiftet er Verwirrung. Der Ausruf des Feuerwehrmanns beschämt mich. Ich gehe nach Hause. Von meinem Fenster aus kann ich sehen: Der rote Schein am Himmel wird dunkler und dunkler. Schließlich wirkt alles normal. Ab und zu fahren noch Löschzüge vorbei. Ich hoffe, dass niemand verletzt wurde oder gestorben ist.
zenbombed. Immer wieder zenbombed.
Mein neues Buch. Ich bin sehr froh. Die drei Jahre seit Polyplay sind dann doch lang geworden.
mum at the beach in StKilda.
Dieser Schnee ist unbrauchbar.
Wenn man dieses Gerede mit dem vergleicht, was William Gibson in No Maps For These Territories über Drogen zu sagen hat - ach, der Unterschied, der Unterschied.
Nalbes Ürbröd bdde! Abba gschniddn! Sächsisch. Morgens um neun. In einer schwäbischen Bäckerei. Ich möchte mir die Ohren ausschütteln, aber ich sehe mit der beschlagenen Brille ohnehin schon seltsam aus. Schiebe sie mir in die Stirn. Kaufe ein. Vor der Bäckerei fährt ein Daimler an mir vorbei, der seltsame Geräusche von sich gibt. Frisch verheiratet? Konservendosen an der Lenkstange? Aber nein, 's ist nur der Auspufftopf, der funkenschlagend über den Asphalt schrämt. Jetzt damit auf die Autobahn. Jetzt mal richtig Gas geben. Passt irgendwie zum Urbrot. Irgendwie.
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