Läuft ja grad die World Wide Newton Conference. Der französische Systementwickler Paul Guyot hat etwas Unglaubliches geschafft: Er hat das Newton-Betriebssystem auf Linux portiert. "Einstein", so nennt er seine Portierung, "should run on any embedded system with
X11 and enough memory. You name it." D.h., wenn ich das richtig verstehe: das schönste PDA-Betriebssystem, das man sich wünschen kann, auf jedem linuxfähigen PDA. Im Moment befindet sich Einstein im Beta-Stadium, es ist noch zu langsam. Aber Paul arbeitet bereits daran. Für die Zukunft kündigt er Dinge an, die der Newton nie konnte: Farbdarstellung, nahtlose Integration mit der jeweiligen Desktopumgebung, usw. Zusammen mit der inhärenten Eleganz von Newton OS sollte das großartig werden. Ein seltsamer Vorgang: Wenn Apple nicht will, machen die Anwender weiter. Maximum respect.
Hey, aber hat Apple da nicht die Patente drauf? Oder ist das so ein Emulator, für den man Original-Roms braucht?
Letzteres. Es ist auch noch viel zu tun, die Emulation spricht noch nicht wirklich mit den Schnittstellen des Zaurus und ist, wie gesagt, noch viel zu langsam. Aber unverdrossen macht sich dieser Paul Guyot an die Arbeit. Er hat schon ein paar Stunts hingelegt, die manche für unmöglich hielten. Wenn die Apple-Leute einen Funken Verstand in dieser Angelegenheit hätten, würden sie Paul Guyot anheuern, die Reste des Entwicklungsteams von damals zusammenkratzen und hätten in zwei Jahren einen PDA zusammen, der es aus dem Stand heraus mit allem aufnehmen kann, was am Markt ist.
Dann hätte man sofort wieder die Formfaktor-Probleme. Bei einer leichten Vergrößerung des Bildschirms eine sichtbare Verkleinerung des gesamten Geräts gegenüber dem MP 2100 hinzubekommen, und dabei noch eine klug wegsteckbare Tastatur mit echtem Anschlag unterzubringen - das würde ich für die Herausforderung halten. Ein Subtablet dieser Art mit allen Schikanen, natürlich auch mit Telefoniefunktionen per Bluetooth und Freisprecheinrichtung - das wär ein schönes Spielzeug.
In OSX lebt ein Teil des Newtons übrigens als Inkwell weiter.
Hat bei der Ankunft von OSX natürlich sofort wieder die Gerüchte zu einem neuen Newton angeheizt. Ach ja.