Die Presse-, die Meinungs-, überhaupt die liebe Freiheit wäre ja ein gutes Argument. Depperte Propheten, Religionsgründer, Glaubenskader sollten regelmäßig an prominenter Stelle karikiert werden. Wo wir gerade dabei sind: Welche große deutsche Tageszeitung hat denn in letzter Zeit eine Karikatur von Jesus gebracht, die ihn als Heuchler zeigt? Welches der großen Blätter hat den derzeit amtierenden Papst eigentlich schon mit dem Hexenhammer in der Hand dargestellt?
Islamismus vs Pressefreiheit ist pure Heuchelei. Mit Blick auf Dänemark trifft Islamismus vs Rassismus besser.
Nach manchen Diskussionen, in denen natürlich längst auch die Mohammedkarikaturen mit den antijüdischen Hetzbildern des Dritten Reichs verglichen werden, kann ich mich der Interpretation "Islamismus vs. Rassismus" nicht uneingeschränkt anschließen – auch wenn das auslösende dänische Blatt wohl nicht unbedingt einen Hort des Humanismus und Antirassismus darstellt. Die aggressiven bis terroristischen Reaktionen des Islamismus auf die Veröffentlichung treten völlig unabhängig vom Charakter der dänischen Publikation auf. Es hätte genausogut eine ganz andere Zeitung gewesen sein können, und deswegen kann ich hier nicht den Rassismus als den signifikanten Antagonisten sehen.
Guter Punkt. Der zentrale Grund des Aufruhrs ist die Verletzung einer religiösen Vorschrift durch Leute, die der eigenen Religion nicht angehören.
«Wir sind keine Terroristen, wir sind keine Anarchisten, aber wir sind gegen Leute, die den Islam beleidigen», riefen die Demonstranten.
Dass es sich um Anarchisten handelt, hätte ich jetzt auch nicht vermutet. Es sind wohl eher religiöse Spießer, die "Ordnungsfaktor" spielen. Welt, zieh dich warm an.
Es geht ja noch weiter, die Vorschrift wird nicht nur verletzt, sie ist ein weiteres Beispiel islamischer Unfreiheit. Folglich ist jeder gekränkte Moslem nicht nur besonders stark seiner Religion verhaftet (um nicht zu sagen: Funamental-, Extrem- oder Islamist), sonder dumm. Es ist ihm noch nicht klar, dass er davon befreit werden will.
Eine Diskussion über das Bildverbot wäre bestimmt sehr wichtig. Sie wird aber von den falschen Leuten mit den falschen Absichten zur falschen Zeit vom Zaun gebrochen. Ich denke nicht, dass irgend jemand der Diskutanten die Gläubigen von einem Tabu befreien will, dass sie an der Reflexion ihrer religiösen Kultur hindert. Es ist wohl eher wichtig, dass der Blutdruck steigt. Oder so.
"...und deswegen kann ich hier nicht den Rassismus als den signifikanten Antagonisten sehen." Stimmt, westlicher Rassismus und radikaler Islam brauchen einander. Es scheint mir in diesem Zusammenhang klar, dass man mit der Veröffentlichung der Karikaturen doch nur die depperten Araber mal wieder vorführen wollte. Und die Gegenseite freute sich bestimmt über diese Steilvorlage, die sie zu Hause in ein sauberes Tor verwandeln konnte. Pawlowsche Reflexe auf beiden Seiten.
Der Speichelfluss der Pawlowschen Hunde setzte auch in Abwesenheit von Futter ein.
weihrauchkiffer
nicht ganz so böse, aber haderer hat dafür in griechenland 6 monate ausgefasst oder so.
Diese Mohammed-Karikaturen sind ja, bis auf die Nummer mit der Bombe im Turban, auch totaler Kiki. Den Mullahs ist halt mittlerweile jeder Unsinn als Anlass recht, mal so richtig auf die Kacke zu hauen. Wie fast immer in letzter Zeit, heisst es: Idioten vs. Verbrecher. Ich frage mich nur, ob ich es gut finden soll, dass es keine Seite mehr gibt, auf die sich ein denkender Mensch schlagen kann. Zuletzt war das wohl so im 1. Weltkrieg.