The Bourne Supremacy (DVD). Überraschend guter Piff-Paff-Film. Ich mochte ja schon den ersten Teil, wegen der unüblichen Schauplätze und wegen Matt Damon, der mir Kopfweh macht, wenn er interviewt wird, und der mich immer fesselt, wenn er spielt. Natürlich benutzt Greengrass altbewährte Tricks (Handkamera etc.), um den Zuschauer einzufangen, aber sie wirken, was will man mehr. Die Autoverfolgungsjagd zum Schluss, auf die sie so furchtbar stolz sind (In Moskau gefilmt! Dutzende Autos geschrottet!) hätten sie sich sparen können. Die Ideologie des Films - "je korrupter die Agency, desto dringender die Anstrengungen zu ihrer Säuberung" - ach ja. Das persönliche Drama von Jason Bourne ist schon spannender, wenn es auch hinter dem extrem gut gemachten Remmidemmi nahezu verschwindet. Den dritten Teil schaue ich mir dann wieder im Kino an.






Finde beide Teile ziemlich genial, wobei man die Verfolgungsjagd noch etwas puristischer hätte gestalten können, wobei immerhin gibt es keine über die Rampe springenden Autos, wie bei irgendeinem RTLII-Schrott. Mir gefällt va. das jeweils sehr geplante und ruhige Vorgehen von Bourne und die Methoden der 'Handarbeit' - als im letzten Bond auf einmal das super-unsichtbar-beamt-alle-bösen-sofort-weg Auto gezeigt wurde wäre ich fast aus dem Kino gestürmt.

Ähnlich wie "Ronin" mit Jean Reno und Robert De Niro steht Bourne für eine man möchte sagen 'neorealistische' Art von Agenten-Thriller.


Der Realismus hält sich ja in Grenzen. Als Bourne zum Beispiel in Neapel den CIA-Agenten und den Carabiniere überwältigt, die ihn in diesem Amtszimmer verhören wollen, und danach die SIM-Karte des Agenten kopiert, um seine Handy-Gespräche zu belauschen: gimme a break. Das wäre doch in der Realität an fünfundzwanzig Kompatibilitätsproblemen gescheitert. Ganz mal zu schweigen davon, dass sich Bourne in all seinen körperlichen Auseinandersetzungen für einen Menschen viel zu schnell bewegt. Er funktioniert nicht als realistische Figur, meine ich, sondern als Kampfroboter, der nicht mehr ganz sauber tickt. Es ist überhaupt bemerkenswert, was für geringe Akzentverschiebungen die Bourne-Agententhriller in Science Fiction-Filme verwandeln würden.


Und wie schnell er laufen kann! Innerhalb von einem Schnitt vom Berliner Zoo an der Friedrichstrasse. Beeindruckend!

Ich fand den Film aber auch ziemlich gut.