Wie war das eigentlich am Ende der Lochkartentechnologie? Wie ging das vonstatten? Wurden die Durchlaufgeschwindigkeiten für das Papier zu hoch? Und eine Verständnisfrage: beruhten die Kartenleser auf demselben elektromechanischen Prinzip wie die Hollerithmaschinen?






damals

in dem Rechenzentrum der Uni(87-89), wo man als Studente sich zweistundenweise einen PC im sogenannten CAD-CAM-Labor reservieren durfte, da verwendeten alle noch massenhaft Lochkarten als Notizzettel, und Lochbandleser waren noch im Einsatz.


Ja. Andreas Eschbach berichtet, er habe noch auf Lochkartenrechnern programmieren gelernt. Ich wachte nur mit dieser seltsamen Frage nach den ingenieurstechnischen Grenzen der Lochkartentechnologie auf, und dachte, vielleicht gibt es hier den ein oder anderen Stanzfuchs, der mir das beantworten kann (klar, Google ist dein Freund, etc.)


Meine IT-Erfahrungen reichen zwar nur bis zum Anfang der Desktopgeräte zurück, aber ich denke, es kann als relativ sicher gelten, dass das Hauptproblem der Lochkarten- und der Lochstreifentechnik nicht mechanischer, sondern struktureller Natur war: Egal, wie schnell man den Lochstreifenleser machen kann, ist er immer auf sequentiellen Zugriff beschränkt, klassische Magnetbänder übrigens auch. Beispielsweise benötigen ordentliche Datenbanken aber zwingend beliebigen Zugriff (Random Access). Ließe sich heutzutage natürlich auch mit Unmengen an Arbeitsspeicher lösen: den kompletten Inhalt vom sequentiellen Medium in den Speicher laden und dort beliebig darauf zugreifen. Aber damals war das natürlich nicht machbar, so dass der Durchbruch bestimmter Technologien -- etwa der relationalen Datenbanken -- erst mit dem Aufkommen der Festplatten einsetzte. Aber ein SEHR angenehmer Nebeneffekt ist natürlich der bequemere Arbeitsablauf, den das Duo Terminal und Festplatte gegenüber Stanzer und Lochkarten/-streifen zu bieten hat.

Die Geschichte der Lochkarten selbst (mitsamt Klärung der Hollerith-Frage) wird übrigens hier ganz gut dargestellt.


Danke, das war die Antwort, die ich brauchte.