Jin Roh. Meine Güte. Wie ist das mit eigentlich mit Filmen, in denen nichts übrig bleibt? In denen alles abgenagt wird, bis auf die Knochen? Die 120 Tage von Sodom, Clockwork Orange usw. Kann ja sein, dass Jin Roh die emotionale Krankheit Faschismus ganz gut erklärt, als Panzerung des Mannes gegen jede Form von Liebe. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob er sie nicht doch auch verherrlicht. Okiura und Oshii würden ihren Film vielleicht als illusionslos bezeichnen wollen, aber ich war noch nie der Meinung, dass Nihilismus, bei dem am Schluss nichts anderes übrig bleibt als die endlose Gewalt, ideologiefrei ist. (Sehenswert? Sicher, sicher).
Jin Roh ist schon ordentlich faschistisch.
Nicht? Diese Wolfsnummer zum Schluss, das Programm der totalen Mitleidlosigkeit, das ist doch ein high score auf der F-Skala? Und wegen der totalen Unbestimmtheit des politischen Konflikts, der hier verhandelt wird, ist das Ganze auch noch schön multifunktional und kontextvariabel einsetzbar: Wo gehobelt wird, fallen Späne, Hauptsache, wir haben den größeren Hobel. Natürlich dieser Elitescheiß wieder. Und voilà: in der Ästhetik macht diesem Anime so schnell keiner was vor.