Dann kam M. eines Tages zu mir und bat mich, ihr den Rücken einzureiben, wegen der Schmerzen. Ein verrenkter Wirbel. Wir waren kein Paar und wir würden keins sein, was dachte ich mir zu dieser Bitte? Ihr Rücken war ein langes schmales Boot, in das ich mich hätte hineinlegen wollen, um auf einem Sommerteich zu treiben. Kurz über den Schulterblättern zwei hässliche Narben, sah aus wie vom Kürschner mit der Lederahle genäht. "Operation", sagte sie, "lange her", während ich die fürchterlich stinkende Salbe auf ihrer Haut verstrich. Der andere Geruch hätte eigentlich gar nicht durchdringen dürfen. Aber das liebe Stammhirn. Ich war verblüfft, wurde unruhig. Wollte gründlich wissen, ob ich mich nicht täuschte. "Sag mal ...?", fragte ich und es sollte souverän klingen, das gelang fast. Sie lachte. "Nein, nein, stimmt schon", sagte sie. Ich massierte die Salbe ein. Sie zog sich an, wir umarmten uns lachend.