Wenn die Brigade liest, geht es viel um's Essen. Das ist richtig, denn am Essen liest sich einiges ab, gesellschaftlich und anders. Wenn die Brigade liest, wird grundsätzlich vom mikrofonfernsten Punkt aufgezeichnet. Man sagt sich, der Personenkult wird vermieden. Textimmanenz is so 1950, baby. Verstehen? Hermeneutik is so Georg Gadamer. Lass es rauschen, Mann! Im Publikum wird selten laut gelacht, auch bei den sehr lustigen Passagen. Man pflegt den klug-reservierten Kurzkommentar, der hauptsächlich meint: Ich könnte genau so performen. Die Brigade liest nicht vor Schenkelklopfern. Die Brigade liest vor Metropolenpublikum, immer auf Augenhöhe. Wenn sie gelesen hat, halten es bitte alle mit der Gelassenheit. Lob hat keinen Sinn, denn Lob ist ebenso Verrat wie jedes Wort des Trostes. Eine(r) von der Brigade sieht dich an beim Zusammenschieben der Manuskriptblätter, und du weißt: dies ist kein gottverdammter Schausteller. Diese(r) da ist jenseits des Lobs.
Ich empfehle weiterhin: Styropor. Ich empfehle, auch wenn das mir den Vorwurf des Flatterie-Faschismus einbringen wird: Schinkennudeln nach dem Rezept von Frau Glinka.
Wer Flatteriefaschist ist, bestimme noch immer ich! (Dekret: du nicht!)