Hauru no ugoku shiro. "Konfus und schön" fiele mir als erstes dazu ein. Wagt in sehr japanischer Weise Plotholes, mit denen ein westlicher Film nie durchkäme. Der paratechnologische Fundus (Dampfwagen, Flugmaschinen etc.) den die Zeichner geschaffen haben, begeistert mich. Sophie, die blitzartig altert und sich langsam wieder verjüngt - fabelhaft. Der Feuerdämon Calcifer - albern. Eine wunderbare Eingangssequenz, ein in Kitsch ertrinkendes Ende. Zweimal versucht es der Film mit Selbstironie, das funktioniert nicht gut. Der Krieg wird überwunden durch die Liebe, und alles ist Wohlgefallen. Sehr schön.
Ich habe den Film einige Male mit Berliner Grundschülern angesehen und diskutiert - und wir haben mehr als nur zwei selbstironische Stelle gefunden - als sich lustig machend empfanden die meisten Kinder den ganzen Film. Auch als vollgestopft mit Anspielungen auf (durchaus europäische) Kindergeschichten. Dass Sophie sich langsam wieder verjüngt, konnten wir nicht beobachten: sie erscheint immer wieder jung (z.B. im Schlaf), erhält aber ihre Jugend, wie von Calcifer vorhergesagt, erst zurück, als sie Hauru zu seinem Herz verhilft. Beeindruckt haben vor allem der Gleichmut Sophies, wie schnell sie sich z.B. mit dem Fluch abfindet, sich hinein schickt (und dann die Menschen verlässt), und die bereitwillige Vergebung (z.B. für die Hexe aus dem Niemandsland), der Verzicht auf Rache. Weit mehr als die Liebe. (Den Krieg überwindet denn gar nicht die Liebe, sondern er kann einfach beendet werden, nachdem der Prinz des Nachbarlandes erlöst ist. Die Kinder sahen das als Beweis für die Blödsinnigkeit dieses Krieges.)
Mir hat dies gefallen: das ganze japanische Europabild im Summary, Klischees gezippt. So, wie wir oft Asiatisches präsentiert bekommen - und manches andere.