2.6.

Oh wie müde man vom Nichtstun werden kann. Heute morgen angesichts einer dunkelgrauen Wolkenwand und des zu erwartenden Regens in ein Schrumpfstadium des Menschseins zurückgesunken, in dem Essen und Schlafen die größten Sensationen überhaupt sind. A bisserl bled wern im Urlaub, des werd noch erlaubt sein. Trotzdem geschwommen. Das ist ein großes Glück hier, das Meer vor der Haustür. Der Geheimrat, der morgens auch allein am Strand sein will.

Der türkisch-deutsche Junge, der immer "Motor, Motor!" krähte, während er auf dem Spielplatz hin- und herschoss.

4.6.

Nach wie vor keine große Lust, online zu gehen. Den ganzen Kladderadatsch werde ich noch früh genug mitbekommen.

Morgens war ich wieder auf der anderen Seite der Bucht, in der schönen Mondlandschaft dort - Kalkgestein, Salzwasser, Sonne und Wind machen alles fein karstig. Fotografisch weniger ergiebig als gedacht. Landschaften kann ich nicht.

7.6.

Abends die Mini-Disco und die Revue, Claras Auftritt. Bei der Mini-Disco mit Elternbeteiligung verspürte ich Kopfweh und einen an Übelkeit grenzenden Widerwillen, das geht mir ja bei dieser Art Kinderbespaßung immer so. Als ich die idiotischen Aktionen schließlich boykottierte, wollte mich einer der anderen Väter wieder motivieren, ich hätte ihn am liebsten in den Pool geworfen. Man sieht allgemein einen harmlosen Spaß darin, für mich gibt es Grenzen der Blödheit, die ich nicht überschreiten darf, ohne Selbstekel zu empfinden, und das hat ja von Spaß dann nicht mehr das Geringste. Wenn's nicht um Clara gegangen wäre. Aber sie stand mit großer Selbstverständlichkeit auf der Bühne, erntete dann viel Lob für ihre Hula-Hoop-Nummer. Und bekam natürlich eine Urkunde. Wie Otto auch, der beim Luftgewehrschießen den ersten Platz gemacht hatte.

Das Schießen hätte mich ja interessiert. Es waren aber zu viele Ottos da, die gedient hatten.













































Deliberate.