Ich habe einen Kartenleser, sein Vorname ist Cheapo, sein Nachname Noname. Er ist sehr vielseitig, kann 53 Dinge in einem, oder 55, so genau weiß man das nicht. Wenn ich ihn meiner XP-Kiste (SP-1) andiene, wird gleich für jedes seiner Lese- und Schreibwerke (vier sind's insgesamt) ein Laufwerk auferbaut an meinem Arbeitsplatz, sie heißen G, H, I, und J. Mein Microdrive (IBM 340 MB) und meine SanDisk Compact-Flash-Karten (256 MB und 1 GB) werden gleich erkannt, man kann sie FAT formatieren oder sogar vollFAT(32), man kann sie beschreiben, löschen, wie es beliebt. Wenn man sie FAT formatiert hat, arbeiten sie viel geschwinder, aber das ist nur ein Detail. In einen PCMCIA-Adapter passen sie in meinen antiken Laptop (Win98SE) wie dafür gemacht.
Aber es gibt eine seltsame Sache.
Man kann Verzeichnisse mit Hunderten von Dateien auf den Speicherkarten ablegen. Mehrere davon, es ist wirklich kein Problem. Da ist man glücklich, und will sich das Werk ansehen. Man klickt auf den Laufwerksbuchstaben "H", denn dort sitzen Microdrive oder CF-Karte. Alles da. Man öffnet eines der Verzeichnisse mit den Hunderten von Dateien, sagen wir "Texte". All die Texte lachen einen an. Man öffnet einen von ihnen, und einen anderen, das geht wie's Brezelbacken. Super Sache. Und dann möchte man gern das Verzeichnis wieder verlassen, wieder hochklimmen zum Laufwerksbuchstaben "H". Oder auch nur das Fenster schließen, in dem all die vielen Texte zu besehen waren. Und da kommt es dann zum Malheur. Bluescreen heißt es, böse beißt es! "Registry error". Wiederholbar. Zuverlässig. Spielt keine Rolle, ob es sich um die CF-Karten oder den Microdrive handelt. Liegt nicht an dem Dateisystem, das man erformatiert hat. Liegt nicht an einzelnen Dateien im Verzeichnis "Texte", die quer im Stall stehen. Denn es macht der Karte gar nichts aus, mit all diesen Hunderten von Dateien belastet zu werden, im Gegenteil, der Herr! Man darf sie auf der Karte nur nicht in ein eigenes Verzeichnis packen, neben anderen Verzeichnissen mt Hunderten von Dateien. Dann wird es blümerant. Det hamwer nich, det wolln wer nich.
Und glaubt es nur, mit meinen MemorySticks das gleiche Spiel (sind bei Cheapo Noname als Laufwerksbuchstabe "J" unter Vertrag).
Google? Müll! Ich will keinen Kartenleser kaufen, ich hab ja schon einen.
Kennt wer so ein Phänomen? Weiß gar Abhilfe?
Ich glaube fast, Computer sind ein Rätsel der Natur.
Tja, hier ist wohl Bluescreen-Analyse angesagt, um den schuldigen Treiber rauszufinden. Eine brauchbare Referenz dazu gibts hier. Ist der gefunden, mit dem Treibernamen und Google nach eventuellen Ersatztreibern suchen, ist natürlich Schmutzarbeit ohne Garantie auf Erfolg.
Sonst würde ich Ihnen evtl. eine Installation von SP2 empfehlen, hilft auch das nix, schauts schlecht aus das Teil zum Laufen zu bringen.
Hoffe, das hilft ein wenig.
Danke für deine Hinweise. Ich habe die Fehlercodes geprüft, es kam dabei nicht viel mehr heraus, als dass die Registry den Verzeichniswechsel nicht richtig verpackt. Offenbar kann sie dann Speicheradressen der Karte nicht mehr richtig zuordnen. Vom SP2 lass ich lieber die Finger, das klingt wie eine typische Microsoft-Update-Falle, bei der nachher vielleicht das neue Gerät funktioniert, aber einige andere Hard- und Softwareressoourcen ganz sicher nicht mehr. Entweder benutze ich den Kartenleser mit seiner eingeschränkten Funktionalität (die MemorySticks, die aus der Kamera kommen, liest er interessanterweise viel schneller als der alte), oder ich gebe ihn zurück und hole mir einen anderen.
Update: Sehr seltsam. An einer anderen Maschine (auch XP SP1) funktioniert der Leser tadellos, allerdings nur an einem USB 1.1-Anschluss, und deshalb auch etwas langsam.
Die Lösung für meinen Rechner, dachte ich, steckt in einem Tool namens USBDLM, das so manche Probleme mit USB-Laufwerken bereinigen kann.
Es sah auch zunächst alles danach aus, keine Abstürze mehr, lief glatt. Aber dann stellte sich heraus, dass Ordner (nicht aber Dateien) auf den Speichermedien mit einem so festen Schreibschutz versehen werden, dass sie aus dem Explorer heraus nicht gelöscht werden können. Das geht nur mit der Eingabeaufforderung. Wohlgemerkt: die Verzeichnisse können überschrieben werden, auch aus dem Explorer heraus. Aber gelöscht werden können sie nur über die Eingabeaufforderung. Da kann ich den Schreibschutz so oft entfernen, wie ich will, er wird sofort wiederhergestellt. Bizarr.
Nun denn. Für die tägliche Arbeit reicht's.