Worin wohl der Antisemitismus Lichtenbergs wurzelte? Ein ähnlicher Ton in Büchners Woyzeck, wenn ich mich recht erinnere.






»Entspringt derselben Quelle wie sein Antiklerikalismus«, heißt es hier



Kriegt aber eine komische Kurve zum Schluss: "Wir dürfen Lichtenberg, dem selbst so oft übel mitgespielt wurde, weiterhin guten Gewissens verehren." Oder ist das ironisch gemeint? Und das hier:

Die allerdings wurden schon von J. P. Stern formuliert: Lichtenbergs "Antisemitismus entspringt derselben Quelle wie sein Antiklerikalismus." Genauer und neu weiß Schäfer dagegen Lichtenbergs Emanzipationsfeindschaft zu deuten. Lichtenberg stelle die Normen seiner Zeit eben nur in seinen privaten Aufzeichnungen (und in seinem privaten Leben) in Frage: in Angelegenheiten der politischen Praxis, zu denen er die Judenbefreiung wie die französische Revolution zählte, war er demgegenüber schlichtweg konservativ.

hätte man doch noch gern ein bisschen genauer erklärt.


ich

versteh den verlinkten text so gut wie gar nicht


Ist für mich als Erklärung auch zu konzeptionell. Warum sollte man nicht auch bei Lichtenberg sehen, dass er hier über die 'virulenten Diskurse' schlichtweg gestolpert ist? (Klassisch ja das Beispiel von Marx, der, obwohl Jude, Lassalle einen "Itzich" nennt und im Kapital von den "Juden in den Poren der polnischen Gesellschaft" schreibt. Das macht den idiosynkratischen und nachhaltigen Charakter des Antisemitismus, seine Verankerung im Unterbewußtsein ja umso deutlicher.)

[Edit: das Beispiel von Marx nicht im Sinne von 'Marx als Antisemit', sondern Marx als Jude in einer antisemitischen Gesellschaft]