"Darf ich Sie fragen, warum Sie hier öffentliche Dienstgebäude fotografieren?"

Der Polizist hat ein rundes Gesicht und kurze, dunkle Haare. Er wirkt unglücklich und aggressiv zugleich; etwa so, als sei ihm neulich erst die Frau davongelaufen. Ich zeige ihm die Bilder, die ich gemacht habe: Bäume, Sonnenuntergänge, meine üblichen Makroaufnahmen. Sein öffentliches Dienstgebäude ist nur in Form einer grauen Mauer vor dem rosa Abendhimmel zu sehen. Selbst ihm kommt das nicht verdächtig genug vor. Murrend läuft er davon. Er hat seinen Feierabendfrust nicht an mir austoben können.

Und wenn ich geantwortet hätte: "Weil sie öffentlich sind"?

Polizei und Rechtsstaat, das passt manchmal nicht so richtig zueinander.























je videoüberwachter

desto fotoscheu


Sicherheit geht vor. Merkwürdigerweise hatte ich bei diesem guten Menschen das eindeutige Gefühl, dass er aus Eigeninitiative handelte. Irgendwie musste doch noch was gehen an diesem Tag, irgendein kleiner Triumph musste doch noch eingefahren werden.


Ich bin mal von einem Hauseigentümer eingeholt worden, nachdem ich schon eine ganze Ecke weitergegangen war. Typischer Mittelstandswauwau, wie er Samstags bei Karstadt in der Feinkost-Weinverköstung rumhängen würde. Auf die Frage, warum ich sein Haus fotografieren würde, sagte ich einfach: Warum nicht? "Sie sollten selbst Hausbesitzer werden, dann wüßten Sie, was ich meine." Dass er nicht noch meinen Film verlangt hat, wunderte mich eigentlich.


"Mein Haus hat ein Recht am eigenen Bild, denn es ist wie ich."