All friends are imaginary.
Alle Freunde sind Bilderleporellos.
Beweisen Sie unter Bezugnahme auf "Die helle Kammer" von Barthes die Äquivalenz beider Aussagen.
Filmstreifen mit mangelhafter Lochung? Leporello mit entfernten imaginary friends? ("Let me be your fantasy! - Ja, du mich auch, Alder.") Kammer dunkel, Kammer hell, Traumentwicklung auf der Stell? Do tell!
Womöglich wie bei alten Animationskarussellen (wie hießen die noch? funktionierten wie Daumenkinos), in die man durch einen Schlitz schaut:
wenn beim Drehen Einzelbilder und Blende sich abwechseln und eine scheinbare Bewegung entstehen lassen. Gerade bei Freunden, die man selten sieht, entsteht doch ein cineastischer Effekt: die Einzelbilder, die Anwesenheiten setzen sich zu einem Film zusammen, die Abblenden, Abwesenheiten straffen die Veränderung, die Bewegung; am Ende ein narratives, fiktives Bild.
Aber es würde auch bedeuten, dass wir einander konsumieren.
Ja, vielleicht. Wobei mir nie ganz wohl ist: der Gedanke z.B. bei Stendhal (oder bei Pessoa), dass Liebe ein subjektives Gefühl sei, das sich an einem Objekt solipsistisch "kristallisiere", am Ende nur wiedergebe, was ich hineinprojizierte. Das wäre: Freundschaft = ins Kino gehen (im dunklen Zuschauerraum sitzen bleiben). Umgekehrt im Kino der Versuch, das aufzubrechen: als Kollektiverlebnis, durch Brüche, Montage usw. Ich konsumiere nicht bloß die Leinwand, die Leinwand nimmt den Zuschauerraum in ihre Wirkung auf, die Reflexion des Publikums usw.
— "Vivre sa vie" von Godard: auf dem Gesicht von Anna Karina, die im Kino sitzt, glänzt der Widerschein der Dreyerschen Jeanne d'Arc, zum Ereignis der Jeanne d'Arc gehört aber auch die Gegenwart von Anna Karina. Das Licht reflektiert eben doch in zwei Richtungen, wenn auch in sehr mittelbarer, trauriger Form.