Es ist ja auch so: Autoren haben die Arschkarte, weil – das sag ich jetzt einmal unpopulär und ganz bitter, aber weil es die Wahrheit ist, sage ich es trotzdem: ´Autoren sind billiger als Papier!´ Es gibt ambitionierte Menschen, die Bücher schreiben wollen, wie Sand am Meer. Und diejenigen, die es gut können und davon zu leben versuchen, haben wirklich die Arschkarte, weil – Du kannst es im Kopf überschlagen: Ein Typ wie Marcus Hammerschmitt, der ist echt schon ein Schriftsteller, und er hat schon viel gemacht, und er war bei Suhrkamp und jetzt ist er bei uns, und wir können ihm bei weitem nicht das geben, was er bräuchte, und Du kannst es einfach im Kopf überschlagen: Eine Standard-Buchmarkt-Tantieme liegt im allgemeinen irgendwo zwischen 4 und 10 Prozent des Ladenpreises, des Netto-Ladenpreises, also Mehrwertssteuer schon abgezogen. Wenn Du dann weißt, dass wir so ein Buch vielleicht 1000 bis 2000 mal verkaufen, und das Stück kostet 12 EURO, was kommt dann beim Autor an? Das ist ein Witz! Dafür kann er nicht die Windeln für sein Kind kaufen. Dafür reicht es schon nicht.
So ist es. Punkt. Und ja, bei Fachbüchern ist der Preis etwas höher, der Prozentsatz manchmal auch -- aber es bleibt ein schlechtes Geschäft für die Autoren. Ähnliche warme Worte bekomme ich von meinen Lektoren auch immer für lau dazu, aber natürlich können sie im Rahmen des bestehenden Systems nicht das Geringste daran ändern. Gottseidank braucht mein Sohn keine Windeln mehr ;-(.
Warm sind die Worte, kalt ist der Wind, wenigstens Windeln entfallen für's Kind.
naja
ich glaub, das wird unterschätzt, weil die ganzen Rock/Pop/Indiewasweißich-Dichter sich nich so sehn und da schon einige von lehm könn.
Wie überhaupt diese Lyriker ma einen Artikel wert sind, ich behaupte mal so, daß ein Hr. Thees Ullmann mehr für das Überleben von moderner Lyrik (bei Gymnasiasten und Studenten) getan hat als die, die sich als Lyriker definieren.
hä
versteh ich nich Ich hab das schon zu DDR-Literaturzeiten nicht verstanden, wieso die Texte (schon mal wegen ihrer Breitenwirkung) der Musiker von der Literaturwissenschaft nicht ernst und wichtig genommen wurden.
Die Wissenschaft kann und darf alles untersuchen. Aber Uljana Wolf und Monika Rinck z.B. - bitte, keine Jahrhundererscheinungen, nur gute Lyrikerinnen - bewegen sich in Gegenden, in die Pop & Slam einfach nicht hinkommen. Sollen und wollen die vielleicht gar nicht. Sind halt zwei verschiedene Baustellen.