Es ist ein schlechter Lohn, wenn ein Junge, auf den man etwas verwandt hat, am Ende ein Poet wird. Ein Viertelstündchen Nachtmusik für einen jahrelangen Dienst. Eltern, die bemerken, dass ihr Junge ein Poet von Profession werden will, sollen ihn so lange peitschen, bis er das Versemachen aufgibt, oder bis er ein großer Dichter wird.
Die Nachtigallen singen und wissen wohl dabei nicht, was für Lärm die Verliebten und Dichter aus ihren Gesängen machen und daß es eine Gesellschaft höherer Wesen gibt, die sich ganz mit Philomelen und ihren Klagen unterhalten. Vielleicht hält ein höheres Geschlecht von Geistern unsere Dichter wie ihr die Nachtigallen und Kanarienvögel; ihr Gesang gefällt ihnen eben deswegen, weil sie keinen Verstand darin finden.
Manche Leute behaupten eine philosophische Unparteilichkeit über gewisse Dinge, weil sie nichts davon verstehen.
Lichtenberg, Sudelbücher, Heft G, 103, 141, 165