Heilig Blut. Ehemaliger Wehrdienstverweigerer geht mit den Altnazifreunden seines Vaters in Urlaub und erlebt sein braunes Wunder. Bernhardsche Wucht, Bernhardscher Wiederholungszwang; manchmal denkt man, das hat man jetzt aber öfter gehört u. gedacht u. durchgekaut, und dann schlägt Elsner einen Haken, und man muss wieder staunen. Die Barbarei kommt dabei manchmal gar nicht so sehr in den Handlungen der Barbaren zum Ausdruck. Der Mord, der in diesem Buch geschieht, ist ja auch gar keiner, sondern eher ein Versehen. Der Umgang mit diesem Versehen, mit dem Opfer; die Sprache, in der sich die Täter darüber unterhalten, und wie sie sich gegenseitig bis aufs Blut triezen, das ist schon alles sehr lesenswert. Worauf ich bisher in den (Kurz-)Kritiken noch keinen Hinweis gesehen habe: Das Buch ist zwar einfach gesetzt und gedruckt, aber der Einband ist ein echter Glücksfall. Genauso nüchtern und trocken, so unrot muss das verpackt werden.