Robert Kurz im Apokalypse-Modus, nicht ganz ohne Grund.
Naja, es ist eine besondere Konstellation. Der Staat profitiert enorm davon, dass Blackstone die Telekom zureitet, weswegen schon mal die Unterstützung durch die SPD wegfällt. Außerdem glaube ich den Umfragen nicht. Alle hassen die Telekom.
Der Ausgang des letztjährigen "Arbeitskampfes" im öffentlichen Dienst der Länder und Kommunen konnte Ver.di ja auch nur gerade eben noch davor bewahren, in dieser Branche das Gesicht vollständig zu verlieren (und sich die Zerschlagung des Flächentarifs zementieren zu lassen), weil durch glückliche Fügung (Aufmerksamkeitskonkurrent Marburger Bund trat auf die Bühne) die Arbeitgeberseite zumindest in wichtigen Punkten einlenkte, nachdem rekordmäßig rund ein Vierteljahr ohne signifikante öffentliche Beachtung gestreikt worden war.
Auf diese Weise konnte Ver.di die große Austrittswelle im öffentlichen Dienst noch abwenden, obwohl nach meinen Infos zumindest in Rheinland-Pfalz der Anstieg der Neueintritte als Streikfolge nicht mal ausreichte, um den normalen Schwund zu kompensieren.
Ob der Telekom-Streik nun aktuell wirklich das Damoklesschwert darstellt, das Kurz da in der Tat nicht ganz ohne Grund sieht, oder nicht – für eine Perspektive, die sich aus dem ewigen Herumdümpeln nochmal herausheben könnte, bräuchte es jetzt eine Durchsetzung der Forderungen ohne faule Kompromisse. Ob die bei der Telekom aktivierbaren Kräfte dafür ausreichen, scheint mir auch unsicher.