Ich hab noch ein Blockhaus in Kanada, dort lebte ich mit Bären. Aß Honig aus der Tonne, stellenweis erfor die Sonne, Latschenkiefern, Frostfleischzehen, wilde Flüsse, großer Fisch, alles an der Angel. Roch nach Schweiß das Lagerfeuer, kein Pardon und keine Wärme, Wasserloch und Donnerbüchs. Da wurde ich mir selbst zur Frau, aß Pilze und sah Manitou, kam gradewegs aus Wyoming. Der große Geist! Das Nordlicht fächelte mir zu, war mit dem Permafrost auf du, ach Strahlungen, Behelfskaffee, Fallenstellen, Pulverschnee, Klarheit der Gedanken bei minus minus minus. Aus jeder Beere klang Musik. Murmeltiere, Büffelheere, musste manchmal Leder fressen, und ein Elch, der wurde wild, ich schoss ihm in die Brust. Und der ganze Rest, ja no, den zeig ich in der Diashow!
© Marcus Hammerschmitt, 2000
Kennen Sie "Allein das Meer" von Amos Oz (Ü: Frank Heibert)? Sensationell. Wenn Sie rhythmisierte Prosa mögen.
Ah, danke für den Hinweis. Das muss ja dann den Übersetzer extrem gefordert haben, stelle ich mir vor.
Ja, und er hat das wirklich großartig gemacht, da stimmt alles (ohne dass ich ins Original geguckt hätte). Übrigens ist es - in Absprache mit dem Autor - aus dem Englischen übersetzt, und die englische Übersetzung haben Autor und Übersetzer gemeinsam erarbeitet. Da haben sich also überall Leute Gedanken gemacht, man wünscht sich das für mehr Bücher.
Wie nett. Oma und Opa sitzen auf der Bank vorm Haus und beklagen den Untergang des christlichen Abendlands.