Erstes Eis. Und ein Wetter.

Stelle dich deiner Seele.

Jetzt dann fertig mit Against the Day. Kein Merle Rideout mehr, keine Dally Rideout mehr. Kein Kit, kein Reef und kein Frank Traverse mehr. Keine Yashmeen Halfcourt, kein Luca Zombini, kein Heino Vanderjuice, kein Günther von Quassel und kein Cyprian Latewood mehr. Entzug.

Cricket






Oh, habe, bei meiner Lesegeschwindigkeit, noch ca. ein halbes Jahr vor mir. Selten ein Buch gehabt, dass derart massiv das Alltagsleben mitgestaltet. Nur der Umfang kanns nicht sein, da habe ich schon längeres gelesen, aber die Arbeit, die man investieren muss, um aus diesem sperrigen Kosmos nicht einfach rauszufliegen!


Teils, teils. Against the Day finde ich weitaus zugänglicher als Gravity's Rainbow, und ich kam relativ schnell wieder rein, wenn's mal gelegen war. Natürlich, wer Poweruser werden will ...


Seh ich das richtig, dass ihr Pynchon auf Englisch lest? Puh, mir ist der schon auf Deutsch zu schwer.


Wär ja vermessen zu behaupten, ich höre alle Instrumente im Orchester von Pynchons Sprache. Aber ich hatte dieses Mal wirklich kaum Mühe, und er wird einfach leserfreundlicher, finde ich. Ging mir schon bei Mason & Dixon so.


Auf Englisch finde ich ihn eigentlich zugänglicher als auf Deutsch, weil man ihn allein schon für den Rhythmus lesen kann. (Gravity's Rainbow in der Jelinek-Übersetzung ist ganz hartes Brot.) Mir ging's oft so, dass mich Passagen völlig überwältigt haben und beim zweiten Lesen fiel mir erst auf, was mir inhaltlich alles entgangen war. Wirklich schwierig sind die Struktur- wenn Fäden nach 300 Seiten wieder aufgenommen werden, merkt man's nicht immer gleich - und Pynchons Angewohnheit, mitten im Satz die Perspektive zu wechseln.

Dafür haben die Kapitel-Zusammenfassungen der Chumps Of Choice bei Verständnis- und Kontextlücken geholfen.


"Chumps of Choice" - großartig. Aber ich finde ja auch schon die Chums of Chance umwerfend.


Im Übrigen ist das ja ein bisschen so wie mit dem Kulturangebot in der Großstadt: Wenn man sich einmal damit abgefunden hat, dass man nicht alle interesanten Veranstaltungen / Anspielungen mitbekommt, kann man sich an denen erfreuen, die man halt mitkriegt. Deswegen finde ich das Pynchon-Wiki auch so enttäuschend wenig hilfreich, weil kein Mensch durch diesen Wust aus großenteils unbrauchbaren Informationen durchsteigt. Wie in der "Zitty".


Schon. Wenn man allerdings die Unbrauchbarkeit der Informationen akzeptiert, ist all der Sperrmüll eine Einladung zum Flanieren. Das mag ich dann wieder.