Wie gerade diese Unfähigkeit zur grundsätzlichen Religionskritik die Auseinandersetzung mit dem Islam erschwert. Entweder muss das christliche Abendland gegen den Islam aufgewertet werden, um ihn kritisieren zu können, oder man entschuldigt seine massiven Gewaltpotenziale mit der sozialen Lage seiner Anhänger - eine rhetorische Tanzfigur, die beim Faschismus auch schon nicht funktioniert.
irnzwo
(glaub bei Telepolis) hab ich mal was gelesen von einer Theorie, dass die Gewalttätigkeit vom Überhang nicht ausgelasteter junger Männer her kam. (z.B. Kolonisierung + Amerika-Entdeckung als Folge der Arbeitslosigkeit der spanischen Ritterschaft nach Wiedereroberung Spaniens) Da ist Religion nur Staffage und Transportmittel.
Selbst wenn das stimmen würde, ist ja die Wahrheit konkret. Was hindert also aufgeklärte Köpfe daran zu sagen: Der Islam ist im Moment die Staffage und dasTransportmittel für die Aggressionen nicht ausgelasteter junger Männer, und er eignet sich dazu aus den Gründen A,B,C? Was hindert diese aufgeklärten Köpfe an der konkreten Ideologiekritik? Woher diese Beisshemmung?
vielleicht muesste man sich dann frage, was mit den eigenen, nicht-ausgelasteten jungen maennern ist. die welt ist ja voll mit denen...
Mein Vater sagte immer, die müssen arbeiten, die wissen nicht, was Arbeit ist. Wer arbeitet, hat keine Zeit für Dummheiten.
Ach, die braven alten rechten Sozis. :-D
Das mit der Langeweile hat was, aber die kommt ja nicht aus einem Mangel an Beschäftigung, sondern aus innerer Leere, man kann sich ja noch während der Arbeit, während des Tötens langweilen. Es handelt sich bei der Lust an Gewalt und Terror um tiefe Defekte, Beziehungslosigkeit zu den Mitmenschen, völligen Mangel an Mitgefühl und Solidarität, und eine Suche nach Ersatz für fehlende Gefühle, fehlendes Ich-Gefühl im Terrorgott, im Kriegsgott, vielleicht wird da eine Verschmelzung mit dem Tod gesucht, die die Leere kurzzeitig mit einem Pseudo-Ich erfüllt. Gott und Religion sind bequeme Angebote, Sinn für jeglichen Un- und Irrsinn zu finden.
Wird nicht auch zurecht immer wieder darauf hingewiesen, dass islamistische Terroristen häufig gut ausgebildetete junge Männer sind, bzw. in guter Ausbildung stehend und mit einer einigermaßen berechtigten Hoffnung ausgestattet sind, in naher Zukunft ein ganz okayes Leben zu führen? Die vom 11.09. sind doch ein Paradebeispiel und die, die die U-Bahn in London gesprengt haben doch auch. Soziale Frage und/oder Nichtauslastung junger Männer stehen eher für eine Verdrängung bzw. schnelle Erledigung des Problems.
Yep. Und die Psychotherapeuten liberal-islamischer Prägung, die dann Patriotismus als Heilmittel empfehlen, machen das Elend perfekt.
Und dann noch dieses Jammern über den fehlenden Markt der Möglichkeiten. Einzig "Antisemitismus oder Gewalt im Namen der Religion" (Akgün) wird im Angebot geführt.
Ich werde nie verstehen, warum die Konsequenz aus Arbeitslosigkeit nationales Denken sein soll. Das wird doch kaum erklärt? Wenn es mir darum geht, Geld aufzutreiben, warum stelle ich mir dann nicht ökonomische, soziale Fragen, sondern beschäftige mich mit Fantasiewimpeln und Astralleibern? Warum wird jemand, dem die Kohle fehlt, zum Rechtsradikalen statt z.B. zum Kommunisten?
Die dem Menschen an und für sich eigene Dummheit, will sagen spezies-spezifische Defizite an (bes. auch emotionaler) Intelligenz, in Tateinheit mit generationenlanger, erfolgreicher kulturell-ideologischer Gehirnwäsche, vielleicht?