Ein grippaler Infekt kann doch bewusstseinserweiternd sein. Normalerweise ist Pirates of the Caribbean III kaum zu ertragen, weil so unglaublich verschwurbelt und in dieser Verschwurbeltheit auch noch so gehirnerweichend lang. Aber mit einem grippal erweichten Gehirn erkennt man den wahren Charakter des Films: Er ist eine schwer gesangsreduzierte Operette. So gesehen gewinnt er eine ganze eigene Größe. Da gibt es zum Beispiel eine Szene, die könnte man in ihrer Lust an gut choreographierten umherfliegenden Trümmern glatt für eine Referenz an den Schluss von Zabriskie Point … na ja …
ich bezeichne ja karate- und mittlerweile actionfilme generell als "ballettfilme".
es gab da mal eine phase in der französischen oper, in der musste eine oper ballettszenen haben, egal wie das zur handlung passte. man hatte das ensemble nun mal, und es musste beschäftigt werden. und alle paar halbe stunden wurde dann also getanzt.
bei karatefilmen ist das nicht viel anders. (eigentlich könnte man pornofilme ja auch... naja, egal.)
pirates of the carribean iii als operette - schöner vergleich. gefällt mir. wer weiß, vielleicht war das ja wirklich ein gestaltungsprinzip... ;-)