Die wollen doch nur spielen.






Haha, in einem früheren Nebenjob kannte ich einen Ingenieur-Studenten, der in seiner Freizeit Mittelalter-Reenactment gemacht hat: die haben an ziemlich verregneten Tagen mit Rüstung und selbstgeschmiedeten Waffen auf dem Abenteuerspielplatz Ritterspiele durchgeführt. Der Typ hat später übrigens das Studium abgebrochen und ist zur Polizei gegangen.


Reenactment des 2. WK bedeutet doch, dass die Nazis, wenn sie nicht nochmal verlieren wollen, sich als Alliierte verkleiden müssten.


Wer die Spuren der Vergangenheit nachgehen will, hat ein Problem. So authentisch man dabei auch vorgehen mag, man überschreibt sie doch mit dem Abdruck des eigenen Schritts. In der "Leibstandarte Adolf Hitler, 1st SS-Panzerdivision", die der Film von Gallmeier und Sternberg in den Fokus nimmt, ist dies schon längst geschehen. Da die Regeln, zumindest die für die öffentlichen Kostümfestspiele, vorgeben, dass nur Niederlagen der Deutschen dargestellt werden dürfen, sehen viele der Darsteller ihre historischen Vorbilder mittlerweile fast als Opfer. In der Arena "War and Peace Show" wird der Krieg zum Kinderspiel. Aufgeregte Jungs sitzen in Kübelwagen, stampfen Gewehrkolben in den Boden und besingen in strammem Marschrhythmus die Reize einer Erika. Man ballert, es qualmt, man fällt, wenn es das Skript verlangt, und wird von den Kameraden durch den Dreck geschleift. Wenn die Ränge applaudieren, stehen die Toten auf. Es liegt eine Faszination darin, besiegt zu werden. Deswegen ist German Reenactment in Großbritannien populärer als irgendeine andere Form des Reenactments", erklärt ein Ranghoher.


Verstehe. Wenn Super-Mario den Level nicht grokt, muss er eben wieder von vorn.