Wenn man mich fragen würde, was ich beim JPGmag will, warum ich mir dort täglich ein paar hundert Bilder anschaue, dann würde ich sagen, es geht mir um Trost. Trost durch das, was die anderen machen. Nicht der Trost durch die Vorgaukelung einer Weltgesellschaft, die so nicht existiert, nicht die Erleichterung darüber, dass es in Bangladesch und Angola auch lachende Kinder gibt. Es sind eher die paar verwaschenen Aufnahmen aus dem Seitenfenster eines Autos, das nachts durch einen Pariser Vorort fährt, eine Lomographie von einem Krautfeld in Tulsa/Oklahoma, eine stille Küche, schwarz-weiß, in Bukarest. Und dann doch auch der Ziegelträger in Shenzen, der sein Tragegestell abgesetzt hat, und mit seinem Gameboy oder seinem Handy eine Weile herumdaddelt. Unterwegs sein mit den anderen. Auch eine Vorgaukelung, ich weiß.






Man kann das schon auch genießen, dieses Neue an den Einblicken in Gegenden, die man selbst nie sehen wird. Eine Art von Vertiefung ist das sicher. Ich fand es immer faszinierend, wie die arabischen Upperclass-Jugendlichen auf Flickr mit Bildern ihrer Sportwagen angegeben haben.


Auch auf seine Art faszinierend: packing heat 1 | 2 | 3. Es muss offenbar immer eine Kanone und ein Messer sein.


Sogar der Kuli ist im "Gunmetal"-Stil gehalten.


Ey Mann, du wirst doch beim Eskrima- und Bourne-Franchise-inspirierten Kampf dem Gegner nicht ein stilloses Werbegeschenk in die Augen stecken wollen, oder?


Meinten Sie: Zwischen die Augen?


Du oder er, du hast die Wahl.


Flickr fand ich spannender, weil der Anspruch, "schön", "awesome" zu fotografieren, nicht so nachdrücklich präsent war (was nicht heißt, dass er gar nicht da war, aber die "awesome photographs" mischten sich so schön egalitär mit irgendwelchen Funktionsbildern von einer Hochzeit oder einem Meeting). Mal abgesehen von dem Spielerischen, das mit Flickr auch jetzt noch möglich ist.

Am JPGmag geht mir der ästhetische Anspruch der meisten schon etwas auf den Geist.

(Aber was mich, glaube ich, am Ende bei Flickr auch genervt hat: es ist ja tatsächlich verführerisch, plötzlich mit ein paar ästhetischen Bildchen "awesome"-Kommentare zu generieren. Ich weiß, Du wertest die Kommentare anders, aber das Nervige war dann schon der eigene Antrieb, Bilder da reinzuschaufeln und damit der Frage, was einem die Bilder selbst überhaupt sagen, eigentlich auszuweichen.)