Die Freunde sind wieder weg. Wir haben sie benutzt, die Bürgelmaschine. Jörg las aus einem Brief Mörikes. So oft ich einen Brief von Dir bekomme, wird erst Länge u. Breite überblickt u. dann gelesen; dabei denke ich oft: der liebe Artiglaub könnte die Linien wohl etwas größer machen u. weniger Spatium lassen, das wäre meiner Lesegier reiner Profit. Indeß ich darf nicht zu viel sagen; zumal heute wo Du die Beilagen zum Briefe schlagen mußt, wenn er für einen recht ansehnlichen gelten soll. Der große Schnee ist fort, ohne daß man sich sah. Vielleicht wars aber gut, daß Ihr nicht kamt. Ich war die lezte Zeit weniger wohl und hätte Eurer nur halb froh seyn können. Der schnelle Wetterwechsel hats gethan; jezt bin ich wieder im Geleise. Ich wollt der Frühling wäre da! Es hat mir schon ein paarmal eine linde Hand so übers Herz gefahren auf dem Spaziergang, daß mir war, er seys. Vielleicht warst aber Dus. Wenigstens ist gewiß, daß Du in meinen schönsten Augenblicken oft eine Zeit lang unbemerkt nur in der Thür meiner Gedanken stehst. - Neulich dacht ich, wenn Gott mir wieder volle Gesundheit schenkt, so müssen wir das Fest unserer Freundschaft auf einer kleinen Reise feiern u. eine Woche überglücklich seyn. Ich muß hier unwillkührlich an die Gegend von Leonberg u. an das Bärenschlößchen denken, weißt, von dem ich Dir sagte, es liege mitten auf einem See im einsamsten Walde und seine steinernen Treppen tauchen ins Wasser. Ich weiß nicht, hab ich es jemals in der Natur gesehn oder blos auf einem alten steifen Kupferstich aus Herzog Karls Zeiten, der ohne Zweifel der Erbauer ist. Ach! wenn uns dieser Traum wahr würde! nichts Herrlichers kann ich mir denken!

(An Wilhelm Hartlaub, Cleversulzbach, 13. Februar 1838)






oho, deutsch war mal eine schöne sprache


Ist es immer noch.


sie hat sich seitdem schon sehr gewandelt