"Der Fürst der Skorpione" als Elektrobuch.

Praschl gegen Elektrobücher.






  1. früher haben alle ernsten leute über den vermeintlichen unsinn eines heimrechners gelacht, heute hat jeder mindestens 1

  2. lesen wird wieder elitär

  3. kinder haben heute leseschwächen

  4. familien verbringen mehr zeit vor elektrischen anzeigegeräten als vor papierseiten

  5. es gab noch nie so viele möglichkeiten für die breite masse, sich zu bilden und zu informieren, wie heute, aber kaum einer tut es, alle wollen nur reality shows und anderen spass

  6. alle schulen glauben sie bräuchten pcs und beamer anstelle papier und tafeln

  7. dinge werden hergestellt, um sie zu verkaufen, nicht weil sie irgendeinen nutzen hätten (außer dem familienbenutzer natürlich)

  8. ich muss immerzu an den intergalaktischen reiseführer denken

  9. ich bin eh letztes jahrtausend, ich brauche papier, aber mal abwarten

  10. danke


Ich will da gar keine Front für oder gegen was aufbauen. Die Einwände von Praschl sind verständlich. Ich selbst lese selten Belletristik am Bildschirm, aber wenn der Text gut ist, stört mich nichts, weil ich sowieso woanders bin. Für mich als Autor sind meine E-Book-Ausgaben Hilfsmittel, um die Texte am Leben zu halten. Es ist ein ganz spezifischer Schmerz, Arbeiten, an denen man so lange gesessen ist, einfach verrotten zu sehen. Der wird durch ihre Fortexistenz in E-Book-Gestalt nicht behoben, aber gelindert.

Den Kulturpessimismus bezüglich der fortschreitenden Verdummung teile ich nur bedingt. Natürlich, die Soaps, Gameshows, die Entfremdungsgefahren durch das Internet. Aber da sind auch gute Dinge am Wachsen, die wir noch gar nicht richtig verstehen[ab S. 3].


nein. das wollte ich auch nicht. e-book ist eine chance aber ich bin pessimistisch.

als leserin wundere ich mich oft nur, z.B. über das aufkommen des "buchmarktes" über das verschwinden der buchhändler und der verleger sowieso, über das moderne antiquariat, darüber wer noch liest und was, und darüber welche rolle es noch spielen kann


Andere Perspektive: War gestern auf einer Veranstaltung über Literaturübersetzung mit Hans "Infinite Jest" Blumenbach. Er und sein Moderationskollege wunderten sich vor knallvollem Saal (Eintritt: 8 Euro; ca. 300 Gäste) darüber, dass in der letzten Saison mit "Infinite Jest" und Bolanos "2666" zwei ziemlich "schwierige" Bücher sowohl Diskurs als auch Bestsellerlisten ganz gut im Griff gehabt hätten. Da konnte ich den beiden nur zustimmen. An einem kann es aber keinen Zweifel geben: Auch in der Elektrobuchära werden die Autoren nicht besser verdienen. Da bin ich mir hundertprozentig sicher.


Zustimmung. Das alte Macht- und Ausbeutungsverhältnis wird ja nicht bloß durch eine neue Technologie aufgehoben.