Was haben Sie denn jetzt schon wieder gegen AntispeziesistInnen, Monsieur? Das Wort generiert doch die schönsten surrealistischen Texte.
Ich weiß aber nicht, ob eine Pauschale für das Binnen-I jetzt wirklich mit einer Gegenpauschale beantwortet werden muss. Soll man nicht zum Beispiel die "Piraten" auf das Fehlen von "Piratinnen" aufmerksam machen können?
Ein Entweder/Oder scheint mir da insgesamt ziemlich bürokratisch und gesetzestextlich an den konkreten Verhältnissen vorbei.
Ausnahmsweise mal nicht ganz einverstanden.
Beinahe d'accord. Aber, sorry: «Unsprache» bereitet mir ganz Bauchschmerzen, aus dem bloßen Gedanken, dass das so ein Wort ist, das seiner "Un"-Vorsilbe wegen so ein klassisches LTI-Dings ist. (Sie haben's nicht so gemeint, weiß ich.)
Aber ich glaube, der Text war sowieso eher an der Ästhetik von Sprache ausgerichtet als gegen political correctness.
wobei ich persönlich — wenn ich mich da mal in den diskurs einmischen darf — glaube, daß PC niemanden nach vorne bringt; im gegenteil: früher wusste man, wer böse war: weil er worte wie ›drecksnigger‹ etc verwendete [ich will das hier mal überspitzen]. heute muss man genau hinhören, weil ale das wort ›schwarzer‹ [oder ist das auch schon nicht mehr PC? ich hörte kürzlich, daß ›farbiger‹ schon wieder böse sei, oder wars andersrum?] benutzen & man auf den subtext & den sozialen kontext des sprechenden angewiesen ist. das ist kein bißchen besser als vorher, nur gefährlicher.
die ehrlichen, die heuchler & die unbelehrbaren bedienen sich nun des gleichen vokabulars; denke niemand, daß man mit der verwendung anderer vokabeln auf ein anderes denken schließen könne.
Da treten Sie ja auf eineN am Boden liegendeN GegnerIn (hihi) ein. Ich würde allerdings demon driver in seiner Abneigung gegen die Abneigung gegen "PC" unterstützen wollen. So weit sind wir leider noch nicht, dass es gegen einen dominanten Diskurs von "geistig Selbstuniformierten" zu agitieren gilt. Auch wenn mancheR "Schwarzer" sagt und "Neger" meint, kann die Alternative ja kaum sein, zu ehrlich rassistischen, die Misere nicht drapierenden Schreibweisen zurückzukehren. Und das ästhetische Argument lasse ich Ihnen nicht gelten: Schon beim Schreiben dieses Kommentars entwickele ich eine gewisse, auch ästhetische Freude an unverhofft aus dem gepflegten Kleingarten aufspringenden Majuskeln (die Sie natürlich nicht teilen müssen)...
Da treten Sie ja auf eineN am Boden liegendeN GegnerIn (hihi) ein.
Schauen Sie sich mal die ethische Elite an. Wie die am Boden liegt. Und jetzt müsste man mir noch erklären, wo im Text ich gefordert habe, dass man wieder "Nigger" sagen darf.
Nein, hamse nicht gesagt. Aber die Kritik am "Umdrapieren" sollte m.E. eben erst nach der Kritik an den drapierten Missständen kommen. Ich nehme mal an, dass Sie das auch so sehen, aber in dem Zusammenhang führt das Entsetzen über den Sprachgebrauch irgendwelcher bekloppter Anti-AntispeziesistInnen (oder umgekehrt? Der Link hinter dem Wort funktioniert nicht, und ich habe keine Ahnung, was das sein soll) ins Leere.
Das ist ja alles schon oft gesagt, nur noch nicht auf TP.
Und nun? Weiter drauf bestehen, dass bei vermeintlich geschlechtsneutralen Begriffen wie "Ärzte" und "Direktoren" die Frauen irgendwie mitgemeint sind, und zwei Sätze weiter von "Arzthelferinnen" und "Assistentinnen" schwatzen?