Man kann mich altmodisch nennen, aber ich habe die Filme von Tarantino nie gemocht, diese Form von fröhlichem Superzynismus war mir zuwider. Aber Inglorious Basterds ist großartig. Der Film stimmt bis in so viele Details hinein, dass ich nur begeistert sein kann. Nehmen wir nur den Namen der Figur (Hans Landa), die von Christoph Waltz dargestellt wird: Diego de Landa war der erfolgreichste Maya-Jäger der Inquisition im Yucatan des mittleren 16. Jahrhunderts. Oder die ganze Darstellung der durchaus unedlen, psychopathischen Gewalt, die nötig war, um den Nazi-Faschismus zu überwinden. Dass Til Schweiger schweigt. Die Art, in der Landa versucht, seinen Arsch zu retten, die natürlich auf Gestalten wie Wernher von Braun anspielt. Die schwarzen Abu Ghuraib-Kapuzen. Und so weiter und so fort.

Natürlich, Christoph Waltz. Was für eine unglaubliche Widerlichkeit der Typ ausdrücken kann. Auch sonst großartige Darsteller. Einzig Brad Pitt enttäuscht ein wenig; wirkt, als spiele er Theater.

Die Sache mit den Nebenrollen-Oskars würden dann von Rechts wegen Waltz und Klaußner untereinander ausmachen. Aber das wagt man ja nicht zu hoffen.






schön-

nur am rande: ob die filme von tarantino wirklich einem "fröhlichen superzynismus" frönen? bin mir da nicht sicher. für seine epigonen gilt das allemal, bei tarantino selbst sind mir da aber regelmäßig zu viele doppelte böden eingebaut. es gibt da ohne weiteres "frivole" gewaltmomente, aber genauso auch die dunkle seite. (auch dass seine figuren, ein alter vorwurf, nur comicfiguren seien, halte ich z.B. auch für einen zweifelhaften einwand).


Ich weiß nicht, ich kam mit Pulp Fiction zum Beispiel nicht klar. Mag Geschmackssache sein.


Das war vor einem halben Jahr der letzte Film, den ich im Kino gesehen habe. Ich fand ihn auch sehr gut.