Klavierkonzert mit Arcadi Volodos. Mompou, Albéniz, Liszt, Schumann (von den beiden ersten hatte ich vorher noch nie gehört). Mompou (Scènes d'enfants) - das war ein schönes, saumseliges Dahintreiben auf sonnenbeschienenen Teichen im Frankreich des Jahres 1905. Erleichterung: Tübingen kann sehr anstrengend sein, wenn es kulturell wird; hier blieb nicht viel anderes als summend-energetische Entspannung. Selbst mir als Nichtmusiker fiel die unglaubliche Präzision und Leichtigkeit auf, mit der Volodos spielte. Albéniz wusste ebenfalls zu gefallen. Dann Liszt. Und nach vielleicht zehn Takten fand ich meine alte Abneigung bestätigt & bestärkt. Eine Musik, die mich dauernd zu erhabenen Gefühlen auffordert, mich aber kalt, leer und missbraucht zurücklässt. Ein disziplinloses Getöse und Gemähre, wie geschaffen für Stummfilmschinken, in denen germanisch-wagnerianische Götter mit Schwertern aus Pappmaché und wild aufgerissenen Augen an ihrem Schicksal ersterben, und zwar jeweils stundenlang. Heavy Metal war schon immer Scheiße, auch ohne Strom. Schumann - die Symphonien sind mehr nach meinem Geschmack; aber ok, das konnte man haben, eine der helleren Seiten der deutschen Romantik. Meine Empfehlung, Herr Volodos.