Ich werde ja den Verdacht nicht los, dass eine Eigenstaatlichkeit des Saarlandes in den Grenzen und zu den Bedingungen von 1947 - 1957 eine feine Sache hätte sein können. Unter anderem auch deswegen, weil eine Eigenständigkeit des Saarlandes ganz andere Spielräume im Umgang mit dem Rückbau der Montanindustrie gewährt hätte. Voraussetzung wäre natürlich gewesen, der dämliche teutonische Nationalismus, der zu den Abstimmungsergebnissen von 1935 und 1955 geführt hat, wäre nicht durch einen genauso dämlichen saarländischen Nationalismus ersetzt worden. Johannes Hoffmann war sicher eine mehr als zwiespältige Figur, aber er lag schon nicht in jedem Punkt daneben.
Jungle World sez.
Der für mich interessanteste Mann des katholischen Widerstands gegen Hitler an der Saar ist und bleibt aber Hugo Dörr.
Das ist schon ne ganz eigene Gegend, da.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Saarland zunächst zur Französischen Besatzungszone, bevor es im Januar 1946 aus dem Zuständigkeitsbereich des Alliierten Kontrollrates herausgelöst wurde. Das „Saarprotektorat“ erhielt 1947 eine eigene Verfassung, Währung (Saarmark, ab November 1947 der "Saar-Franc") und Staatsbürgerschaft. Erneut hatten die Saarländer über ein Jahrzehnt lang eine Sonderstellung inne. Diesmal nahmen sie auch mit eigenen Mannschaften an Olympia 1952 sowie an der Qualifikation zur Fußball-WM 1954 teil.
In seiner Beschrubbtheit irgendwie auch großartig.