Die Katastrophe entfaltet sich wie die japanischen Papierkunstwerke in Prousts Recherche. Nur dass sie nichts Schönes an sich hat.
Draußen flöten die Amseln, drinnen erzählt Opa vom Atomfrühling anno '86.
Ja, natürlich:
Die Kernenergiebranche warnt vor übereilten Schlussfolgerungen: "Jeder deutsche Reaktor ist auf jeden Fall besser ausgerüstet als der in Fukushima", sagte der Präsident des Deutschen Atomforums dem "Handelsblatt". Eine Verkettung solcher außergewöhnlichen Naturkatastrophen wie in Japan sei für Deutschland nicht vorstellbar. Die deutschen Reaktoren seien "auf alle möglichen Einwirkungen von außen ausgelegt, beispielsweise auf Erdbeben und Überflutungen". Man sei "jeweils weit über das hinausgegangen, was notwendig ist, um den Einflüssen standzuhalten".
"Jeder … auf jeden Fall … nicht vorstellbar … weit über das hinausgegangen, was notwendig ist …" - immer schön die supersten Superlative benutzen, das macht euch kenntlich.
Dass einer ein Mörder ist, muss nichts gegen seinen Stil beweisen. Aber der Stil kann beweisen, dass er ein Mörder ist. (Karl Kraus)
Der schönste Supersuperlativ ist eh Super-GAU.
Flugzeugabsturz wäre ein "schönes" Szenario für hier (Rhein-Main), ist aber irgendwie veraltet www.echo-online.de www.spiegel.de