The Olmec were people of great resolve [größer]
Ich hasse Hallenbäder mit einer mir verständlichen und dennoch unangenehmen Intensität. Sportveranstaltungen finde ich im besten Fall nervig, wie es nur Dinge sein können, die gleichzeitig langweilig und aufregend sind. Die Schul-Stadtmeisterschaften im Schwimmen, an denen Clara (8) teilnahm, erfüllten mich demgemäß mit widersprüchlichen Gefühlen. Eines der Probleme ist, dass ich in diesen stickigen Fußpilz-Reaktoren nicht richtig atmen kann. Ein anderes, dass gerne die Wäsche nass wird; dies ein Umstand, der mir als Landbewohner nicht behagt. Rote und juckende Augen nehme ich beim Heuschnupfen hin, weil ich mich höherer Gewalt beugen muss, aber ich füge sie mir nicht absichtlich zu. Chlor ist ein Giftgas, es forderte viele Tote im Ersten Weltkrieg. Doch, ich kann schwimmen. Aber gern tu ich's nur in Seen und Meeren.
Ein kleiner Dicker sagte mir: "Weißte was? ich bin Stadtmeister. Weißte wieso?" "Nee." "Bin der Einzige in meiner Altersklasse."
Mehrfach dachte ich: Diese Kinder wissen alle noch nicht, wie tapfer sie sind. Sie stürzen sich in die Fluten, ungelenk, hektisch, linkisch; bei manchen hat man die Vermutung, dass das mit dem Schwimmenlernen noch nicht so lang her ist, und vom Beckenrand schaut man ihrem Gestrampel zu. Wer am besten strampelt gewinnt, alle anderen kriegen nur die Zeit gesagt.
Eine Mutter, mit der ich mich viel lieber außerhalb des Hallenbads unterhalten hätte, sagte zu ihrem Zehnjährigen: "Schwimm um dein Leben, Johannes." Er tat es dann auch.