Ich gehe in den Park zum Briefeschreiben, zum Arbeiten, und als ich meine Bank gefunden habe, und als ich das Gerät aufklappe, rutscht der Brief heraus. Sie ist die letzte, die mir handschriftliche Briefe schreibt. Sie ist so gründlich offline, wie das nur eben geht. Sie besitzt nicht einmal einen Computer. Das Gerät, aus dessen Hülle der papierene Brief herausgerutscht ist, ist ein entfernter Verwandter des ersten Geräts, mit dem ich sie damals nervte: ein Atari Portfolio. Eines Nachmittags saßen wir da, und ich versuchte ihr die Wunder der Computerwelt nahe zu bringen. Sie war amüsant betrunken, und der Text, den sie in die winzige Tastatur eingab, belegt es. Vor über zwanzig Jahren liebte ich sie, wie ich es damals konnte.
Früher war es ja so: Cartier-Bresson - Leica. Hunter S. Thompson - IBM Selectric. Fertig. Heute ist die individuelle Gerätegeschichte unendlich viel kleinteiliger, die Erinnerungen und die Lebenszeiten mit den dazugehörigen Maschinchen wesentlich präziser verknüpft, komplett dann mit obsoleten Datenträgern, Zipdisks, archaischen Speicherkarten, Kameras mit Firewire-Anschluss.
Es gibt so Dinge, die sich sofort in den persönlichen Gebrauch und die persönliche Fantasie einfügen, dass sie sofort biografisch werden. Kamera, Fahrrad… — ähnlich wie die Kleidung, die man trägt.
Was für ein schöner Text.