Ich schrieb damals (2001):
Zentral geführte Unternehmen ab einer gewissen Größe sind Staaten. Diese Staaten befinden sich in Privatbesitz und unterliegen noch weit weniger einer demokratischen Kontrolle als die sogenannten demokratischen Staaten selbst. Wie der beschleunigte Prozess der Kapitalkonzentration, vor allem in den Schlüsselbereichen des Energie- und Telekommunikationsmarktes in den letzten zehn Jahren gezeigt haben sollte, schafft Konkurrenz keinen Wettbewerb, sondern Monopole. Das strategische Ziel eines Unternehmers, der einen großen Konzern voranbringen will, ist es, ein demokratisch nicht kontrolliertes Monopol, d.h. einen Staat im Staat zu schaffen, der besondere Dienstleistungen oder besondere Produkte allein zur Verfügung stellt. Es ist für ein solches Unternehmen absolut notwendig, einen entscheidenden Einfluss auf die politische Sphäre auszuüben, verschwiegen und routiniert öffentliche Gelder abzuschöpfen, gleichzeitig aber ständig auf eine immer weitere Verringerung seiner Steuerlast und der sonstigen sozialen Verpflichtungen zu dringen. Es muss mit der Macht eines Imperiums Konkurrenten niederwalzen und gleichzeitig nach außen hin ein Herold der freien Marktwirtschaft sein, es muss seinen Charakter als Staat im Staat andauernd leugnen, damit die noch nicht unmittelbar beeinflussten Teile der politischen Klasse seine Macht nicht mit Argwohn beobachten und eventuell Schauprozesse initiieren, um ihre eigene Macht zu schützen. Den Bilderbuchfall eines solchen Imperiums haben wir in der Firma Microsoft, welches die Firma ist, die alle Firmen gerne wären.
Zehn Jahre später ist Apple die Firma, die alle Firmen gerne wären.