Exil
Am Abend nahen die Freunde, die Schatten der Hügel. Sie treten langsam über die Schwelle, verdunkeln das Salz, verdunkeln das Brot, und führen Gespräche mit meinem Schweigen.
Draußen im Ahorn regt sich der Wind: Meine Schwester, das Regenwasser in kalkiger Mulde, gefangen blickt sie den Wolken nach.
Geht mit dem Wind, sagen die Schatten. Der Sommer legt dir die eiserne Sichel aufs Herz.
Geh fort, bevor im Ahornblatt das Stigma des Herbstes brennt.
Sei getreu, sagt der Stein. Die dämmernde Frühe hebt an, wo Licht und Laub ineinander wohnen und das Gesicht in einer Flamme vergeht.
Peter Huchel, (1965)
Man vergisst immer so leicht, wie gut Peter Huchel war. Daran erweist sich aber auch eine List des Gedächtnisses - gnädig verwischt es die Spur der Besseren in den eigenen Arbeiten: Abschied von Ærø [mp3, 2000].