Der Bayerische Rundfunk schreibt mir eine E-Mail. Man habe mich ermittelt. Als Experten zur Esoterik. Instant Nirwana und so. Ob da nicht ein Interview … ?

Ich, einer von den Ausgefuchsten, sage unter der Bedingung zu, dass es ein Honorar gibt.

Der Bayerische Rundfunk antwortet: für Interviews habe man grundsätzlich kein Geld übrig. Über eine Aufwandsentschädigung, z.B. Fahrtkosten, könne man reden. Große Summen seien da gleichwohl kein Thema. Außerdem stelle ein solches Interview ja kostenlose Werbung für mein Buch dar.

Ich erinnere den vergesslichen Bayerischen Rundfunk daran, dass er mir seinerzeit sehr wohl ein Honorar für ein Interview gezahlt hat. Und dass ich den Spruch von der kostenlosen Werbung schon zu oft gehört hätte, zumal er so hohl sei wie die Windbeuteleien der Esoterik.

Das will dem Bayerischen Rundfunk nicht eingehen. Ich verwechsele ja wohl ihn, den Rundfunk-Rundfunk, mit seinem nur sehr entfernt Verwandten, dem Fernseh-Rundfunk. Und der zahle Honorare, weil seine Produktionen ja aufwändiger auch für den zu Interviewenden seien. Das mit mir eigentlich geplante Telefoninterview wäre mich viel billiger gekommen. Der Bayerische Rundfunk wünscht mit weiterhin Erfolg mit meinen Buchprojekten.

Ich lege eine Kurzliste von Radio-Interviews vor, die meinen Kontostand verbessert haben. Diese Interviews, schreibe ich dem BR, seien von Redakteuren veranstaltet worden, die wüssten, dass von nichts nichts kommt. Ich bin verwundert über den Widerspruch zwischen dem Angebot zur Übernahme von Reisespesen und der zwischenzeitlichen Verwandlung einer Fahrt nach München in ein Telefoninterview. Ich drücke diese Verwunderung aus. Zum Schluss wünsche ich dem Bayerischen Rundfunk die Einsicht, dass seine Contentlieferanten nicht von Luft leben.

Ja, ja, so war das.

Bleibt nur die Frage: Ist es eigentlich statthaft, einen Amoklauf für den Fall anzukündigen, dass irgendein Redakteurswürstchen mir noch einmal den Spruch von der kostenlosen Werbung rüberschiebt?