Natürlich, Paris im Februar.
Was eine Stadt als Person zu sagen hat, drückt sie in Graffiti aus. Was Paris als Person zu sagen hat, bedeutet dasselbe wie das Stadtmotto ("Fluctuat nec mergitur"). Selbst- und Fremdeinschätzung fallen überein.
Paris bedeutet von hier aus immer auch Saarbrücken. Wo ich geboren bin. Die Saarbahn GmbH ist ein Verkehrsunternehmen mit Sitz in Saarbrücken. Als ich das Unternehmensprodukt benütze, steigt ein kleiner Mann mit orangener Jacke in die laut schimpfend in die Saarbahn ein. Er hat auch einen Freund dabei. Er äußert sich politisch. Nach ein paar unzusammenhängenden Satzfetzen über Syrien kommt er auf sein eigentliches Thema: "Das is doch alles nur weje de Judde! Die hann doch denne Scheiß ohngerichdet, die Arschlöscha! Die Judde!" Sein Freund stimmt ihm zu. "Ei sischa." Sympathieträger in meiner Geburtsstadt.
In Paris klebt an einer Wand in der Metro: "Je refuse d'acheter des marchandises chez criminels de guerre. Boycottez Israel!" Sympathieträger in Paris.
Natürlich finden sich Fotos in meinem Stream beim JPGmag. Es werden immer noch mehr werden. Seit 2007 veröffentliche ich dort Bilder. Zwei Mal bin ich gefragt worden (von Amerikanern), warum meine Titel hauptsächlich englischsprachige Titel haben. Das JPGmag ist eine englischsprachige Seite, es wird hauptsächlich von Amerikanern wahrgenommen. Ich möchte von meinem Hauptpublikum missverstanden werden, nicht nur von den Deutschen.
In der Kälte durch Paris wandern erweist: Hunger bringt meine schlechte Erziehung zum Vorschein.
Ah, ins convervatoire hatte ich es leider nicht geschafft und mir doch fest vorgenommen. Ist sicher eindrucksvoll?
Sehr. Und nicht gar so erschlagend wie das Deutsche Museum. Es kommen noch ein paar Bilder von der zum Conservatoire gehörenden ehem. Kirche, in der das berühmte Pendel hängt, neben versch. Flugzeugen. Der Nationalismus der Auswahl und Darstellung nervt (die Grande Nation war selbstverständlich in allem immer zuerst & am besten), aber das kennt man ja auch von anderen Kulturnationen.
Das mit der Grande Nation durchzieht ja sowieso die ganze Stadt. Ich nehme das immer als Teil eines virtuellen Bunuel-Films wahr.