Der FAZ-Gastbeitrag von Cem Özdemir und Boris Pistorius („Warum wir den völkischen Teil der AfD verbieten wollen“, 28.8.26) ist von einer unfassbaren Beschränktheit. Mit letzter Not kommen die Autoren zu einer halbwegs brauchbaren Schlussfolgerung (die Prüfung des Verbots der AfD vor dem BVerfG ist notwendig), aber der Weg dorthin sabotiert die Schlussfolgerung geradezu. Die Idee, einen deutschnationalen Teil der AfD von einem völkischen Teil trennen und ersteren politisch bekämpfen, letzteren aber verbieten zu wollen, verfehlt nicht nur völlig den Charakter der AfD als Brückenorganisation zwischen Nationalismus und Nationalsozialismus. Es spricht auch sonst alles dagegen. Die Erfahrungen mit dem „Flügel“ in der AfD, die Geschichte der seinerzeitigen Konvergenz von DNVP und NSDAP, Erwägungen der Praktikabilität, alles. Kein kleines Detail: Özdemir und Pistorius lassen unerwähnt, dass eine Triebfeder des historischen, deutschnationalen Denkens der Antisemitismus war. Vor dem Hintergrund des aktuellen antisemitischen Orkans ausgerechnet Deutschnationale mit juristischen Mitteln unter Naturschutz stellen zu wollen, ist komplett irre. Wenn man wissen will, wohin der Blödsinn vom „teilweise gesicherten Rechtsextremismus“ hinführt: Hier kann man es sich anschauen. [Bezahlschranke]