Wellenreiter der Reaktion
Den aktuellen Piff-Paff-Film gesehen. Was im zweitenTeil noch ansatzweise funktionierte, wird hier bis zur Lächerlichkeit überspannt; im ständigen Weitertreiben des Echtzeit-Mythos wirkt der Film wie eine Parodie auf sich selbst. Da die totale Überwachung so lückenlos ist (die CIA kennt jederzeit die Grundrisse aller Häuser in Tanger!), muss auch Bourne noch besser sein als in den Teilen vorher, und dadurch wird auch er vollends zu einer Karikatur seiner selbst und dieses paramilitärischen "Gut"-Seins, das die Elitespinner weltweit so fasziniert. Es ist gar nicht einmal das Highspeed-Killen, das Jürgen Kiontke in der Jungle World so moniert hat, sondern diese unfreiwillige Komik, die den Film abschießt. Die aufgepappte Selbstfindungsstory, die ihm wahrscheinlich Tiefe und eine moralische Dimension jenseits des Elitediskurses verschaffen soll (oder wenigstens ein gegenläufiges Element) wird in den Strudel der Selbstparodierung voll mit hineingerissen. Der Versuch, über diesen Strang auch noch eine Ehrenrettung der CIA hinzubiegen - oh mamma mia: "Pamela Landy" war ja schon im vorhergegangenen Teil ein Lacher; in der Kurzsequenz, in der Greengrass "Das Leben der Anderen" auf amerikanische Verhältnisse überträgt, geht's dann völlig schief. Was gibt's noch? Meet your own Nazi-Konditionierungsarzt! Spring über die Dächer von Tanger! Sprich alle Sprachen und hetz die spanische Normalpolizei auf deine Feinde! Erklär vertrottelten Reportern vom Guardian, was jetzt Sache ist! Stürze vom 10. Stock eines Hochhauses in einen Fluss und überlebe dennoch (für den nächsten Teil, but that was a given anyway)!
So gerissen vom Kitschlied [mp3 | 6,2 MB]
I am lazy with my talents and deserve to go unnoticed. cheers.
Finde mich schlecht mit dem Herbst ab. Da hat es eine Verschiebung gegeben. Während mir früher diese Zeit gerade recht war, fühle ich mich jetzt von der Dunkelheit eingeknastet.
Eldrrnamd, Hüftschnupfen, das Traumatisierungspotenzial von Kinderhörspielcassetten: diese Parallelwelt, in der man als Elter lebt. Eldrrnamd. Hoppel, hoppel, Stummelschwanz, das ist der Osterhasentanz. Das Eldrrn-Pendant zu "Ungeduscht, gedutzt & ausgebuht" heißt ja: "Bestaunt, bedauert & beeldrrnamd". Eldrrn. Amd. Komplette Steuerbefreiung wäre ein Anfang.
Telefonieren mit dem Newton? Doch, geht. Wie so oft im Leben braucht man fünf Dinge. Ein Newton-OS-2.x-Gerät (MP 130, 2000, 2100 und eMate). Ein Nokia Card Phone 2.0. Das HDC-6D Headset.NewtSMS+ 1.10. Eine funktionierende SIM-Karte. Und alles wird gut.
In meinem uralten Compaq-Laptop funktioniert das Card Phone natürlich auch. Mit allen Schikanen: Anklopfen, Telefonkonferenz und dem anderen Schnickschnack, den kein Mensch braucht. Mit meinem MP 2100 (oder mit dem eMate) kann ich nur anrufen. Doch, annehmen kann man Anrufe schon auch. Aber es ist recht umständlich und funktioniert sowieso nur, wenn die Karte auch eingesteckt ist. Herrlich! Ich kann von überall her anrufen! Aber die Wahrscheinlichkeit, selbst belästigt zu werden, ist gleich Null! Mobilfunktechnisch fühle ich mich voll auf der Höhe. Von 1997.
Update
Der Vollständigeit halber: funktioniert nur in europäischen Dual-Band-Netzwerken (GSM 900 | 1800)
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