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Sonntag, 16. Juli 2006


Der abgezogene Hase wird gut abgewaschen, was unappetitlich aussieht wird weggeschnitten. Die Vorder- und Hinterläufer abgetrennt, der Kopf abgehacht und kommt weg, und alles gehäutet. Alles wird mit der Spicknadel gespickt. Nun wird er gebrüht wegen des Wildgeschmacks, außer es hat in einer Nacht gelegen. In zerlaßener steigende Butter gelegt, mit Salz überstreut und mit öfterem Umdrehen gebraten, und angießen heises Wasser. Zuletzt wird Buttermilch in Mehl gequirllt angegoßen oder saure Sahne.






Alles, was zwischen den Israelis und einem neuen Holocaust steht, ist ihre Armee. Israel hat sich aus dem Libanon zurückgezogen, und die Hizbollah hat den Süden des Libanon in eine Raketenabschussbasis verwandelt. Israel hat sich aus dem Gazastreifen zurückgezogen, und die Palästinenser haben den Gazastreifen in eine Raketenabschussbasis verwandelt. Zudem haben sie eine Regierung an die Macht gewählt, deren einziges politisches Ziel die Vernichtung Israels ist. Wer vor diesem Hintergrund israelische Soldaten auf israelischem Gebiet entführt, begeht eine symbolische Handlung. Die sagt: Wir machen euch schutzlos. Verhaltet euch wie ihr wollt, wir arbeiten an eurem Untergang. Aber Putin, der Schlaumeier, hat den Verdacht, dass Israel mit seinen Schlägen "weitergehende Ziele" verfolgt als bloß die Befreiung der beiden Soldaten. Was du nicht sagst, Wladimir. Und die Heidemarie, die will natürlich auch was meinen. Verstanden hat sie, wie üblich, nichts.






Und natürlich geht der Schwa-Ro-Go-Firlefanz weiter. Unpolitischer Karneval, my ass.







Lost in translation. Man sieht so viel von dem, was man nicht sieht. Wie die Ehen der beiden scheitern werden, wie beide das auch schon wissen. Und wie sie es trotzdem noch einmal versuchen wollen, er wegen der Kinder, sie weil sie es ja erst zwei Jahre versucht hat. Wie sie für diesen letzten Versuch ihre - ja was eigentlich? Ihre Begegnung opfern. Das ist gut, das ist unverbindlich. Und was gibt es auch zu opfern? Die Begegnung ist keine Grundlage, sie schafft keine Verbindung (schon allein die Begriffe). Es ist nicht einmal die Liebe im Vorübergehen, es ist der eine Blick, der offenbart: Hier geht dein Alles an dir vorbei. Und zwar für immer. Keine Chance. Mach dich nicht zum Deppen. Grausamkeit des Schicksals? Es leben Milliarden Menschen hier, da wird das wohl öfter vorkommen. Du bist gar nicht so wichtig. Es tut halt nur weh.

Schön fotografiert (so sagt man, glaube ich). Einziger Fehler: Sie beobachtet den Gang des japanischen Hochzeitspaares zu lang. Wunderbarer Film.





Samstag, 15. Juli 2006


Rustikal






Hm. Will zunächst nicht wie die Verfilmung eines Romans von Christopher Priest wirken.





Freitag, 14. Juli 2006



Wenn ich ein Vöglein wär, und auch zwei Flügel hätt.






Rezension






Bei der Geburt getrennt. Und jetzt das Wiedersehen, nach so langer Zeit.





Donnerstag, 13. Juli 2006


Sehr schönes Mehdorn-Interview im Stern vom 6.7. (of all places). Der Interviewer nervt Mehdorn mit der Frage, wie der Bund auf die Idee kommt, nach dem kommenden Börsengang 49% der Bahnaktien für annähernd 9 Milliarden verticken zu wollen, während seit der Wiedervereinigung 90 Milliarden an Steuergelden in die Bahn gesteckt wurden. Mehdorns Antwort in etwa: Das seien Zuwendungen des öffentlichen Hand, die zur Infrastrukturerhaltung nötig waren und nicht in den Bilanzen des Unternehmens auftauchen, also auch nicht seinen Wert beeinflussen. Bei Subventionen für andere Unternehmen sei das ja genauso. Und wie gedenke Mehdorn die 9 Milliarden einzusetzen? Das könne er nicht bestimmen, das Geld fließe in den Bundeshaushalt. Ganz sicher werde die Bahn aber noch schöner, als sie ohnehin schon sei. Was das denn überhaupt für eine seltsame AG sei, fragt der Intervewer, in die ab jetzt jedes Jahr weitere 2,5 Milliarden Steuergelder fließen würden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten? Das sehe doch schwer so aus, als wolle sich ein angeblich privates Unternehmen, eine börsennotierte AG vom Bund aushalten lassen? Da hat er den großen Vorsitzenden an der Kante. Der kann nur noch beißen. "Sie haben es wohl gern sozialistisch? Sie wollen wohl zurück in die DDR?"

Seinerzeit schrieb ich:

Während Firmen wie Microsoft sich zu Quasistaaten in privater Hand heraufgemogelt haben, ist die Bahn endlich zu einem monopolistischen Privatkonzern mit garantierter staatlicher Rückfallversicherung heruntergewirtschaftet worden. Die Deutsche Bahn AG in eine Holding umzuwandeln, war in Bezug auf die Kerninteressen des neuen "privaten" Giganten die Quadratur des Kreises. Der Konzern kann sich nach Lust und Laune diversifizieren, was Flexibilität im Kampf gegen Konkurrenten verspricht. An der Börse möchte man bald die üblichen Spielchen mit einstmals öffentlichem und von anderen geschaffenen Eigentum veranstalten. Die entscheidenden Produktionsmittel besitzt man ohnehin und kann sie zu den entsprechenden Preisen an Dritte verkaufen oder vermieten, was auch sehr nützlich ist, wenn man die eigene Bilanz im Hauptgeschäft für ein paar Jahre schönrechnen will. Sollte das Gewinnmaximierungskonzept scheitern, kann man den Staat, aus dem man sich angelich herausgelöst hat, umgehend erpressen, denn der Staat weiß genau, dass es ohne die Eisenbahn nicht geht, und wird die Verluste übernehmen, wenn sie Überhand zu nehmen drohen (...)

Das geflügelte Rad - Über die Vernichtung der Eisenbahn, Oktober Verlag 2002, S. 41 f.

Die sanften Korrekturen durch die Wirklichkeit, ihre Konkretion im Schäbigen.





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