Mittwoch, 10. Mai 2006



Hana-Bi. So viel besser als Falling Down. Wie Takeshi Kitano den Herrn Nishi gibt, das weiß man gar nicht, wie so etwas gehen soll. Das rechte Auge, von dem man eine ganze Weile glaubt, es sei ein Glasauge. Bis sich das als Irrtum herausstellt, was die Physiognomie Kitanos noch beeindruckender macht. Wie die Situationen in diesem Film entwickelt werden, die die extremen Gewaltausbrüche gleichzeitig vollkommen logisch und undramatisch machen. Musste manchmal an Brecht denken. Die Malerei Kitanos ist furchtbar, aber sie dient in diesem Film ihrem Zweck sehr gut. Die Musik hingegen hätte jemand anders machen sollen. Mächtiger Film.






Ach so, Justiz.






Shriners







Falschgeld.





Montag, 8. Mai 2006


"Idiosynkrasie" fällt bei mir gern in die Gedächtnisspalte zwischen "Synkretismus" und "Synästhesie". Will dann nicht mehr rauskommen. Will Versteckerles spielen. Kichert blöde.






Zahnarzthelferin. Während du mir mit dem Ultraschallstachel den Zahnstein entfernst und die Nerven kitzelst, liegt dein warmer Busen eng an meinem Kopf an. Danach polierst du mir die Fresse, es streift mich dein zahnmedizinisch ideal durchdesodorierter Atem. Es ist Frühling, Zahnarzthelferin. Das Leben ist schwierig.







Hotel, ich kannte dich, obwohl ich dich nicht kannte. Das Doppelbett war nicht parallel, sondern in Reihe geschaltet, wie der Beziehungselektroniker sagt. Logierte ein Paar dort, könnte es sich noch wechselweise die Zehen lutschen. Manche reiben auch die Schädeldächer aneinander. Philips-Fernseher! Du hingst so hoch, ich musste zu dir aufsehen. Baseler Straßenbahnen, ihr seid grün. Buchmesse! Du warst voller Buch. Basel ist eine schöne Stadt. Noch ein Ort in der Schweiz, an dem ich länger bleiben könnte.





Sonntag, 7. Mai 2006


Sprechakttheorie






door






The Glass Key. Weiß nicht. Hammett hat offenbar unwahrscheinlich gern Gesichtsausdruck und Statur seiner Charaktere beschrieben, er muss wohl geglaubt haben, damit sei alles gesagt. Auf- und Abtritte wie in einem Theaterstück. Die allgemeine Verfügbarkeit von Telefonen war 1931 noch so neu, dass in einem Kriminalroman pausenlos telefoniert werden durfte. Mehrere Menschen sterben. Der Fall wird gelöst. Man könnte auf die Idee kommen, das Beste an diesem Roman sei der Titel.





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